Wegen Klimawandel

Spinnen-Alarm: Jetzt breitet sich Tarantel in Österreich aus

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In Östereich werden immer mehr Spinnenarten entdeckt, die ursprünglich aus südlicheren Regionen stammen.
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Grund dafür ist unter anderem der Klimawandel: Viele Arten können die mittlerweile milderen Winter überstehen und sich dadurch weiter nach Norden ausbreiten. Zu den auffälligsten Neuankömmlingen zählt die Strahlende beziehungsweise Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata).

Wie der ORF berichtet, gibt es alleine in Kärnten rund 700 verschiedene Spinnenarten. Laura Waldner, Leiterin der Abteilung Zoologie am Landesmuseum, erklärt, dass immer mehr Arten aus dem Süden dauerhaft Fuß fassen können. "Die strahlende Tarantel zum Beispiel, die ist 2001 das erste Mal bei uns in Kärnten nachgewiesen worden, taucht jetzt auch immer häufiger bei uns auf", wird die Expertin vom ORF zitiert.

Auch die Nosferatu-Spinne hat sich vom Mittelmeerraum aus nach Norden ausgebreitet. Die Wespenspinne wiederum ist bereits seit den 1930er-Jahren in Kärnten heimisch.

Große Spinne, aber kein Grund zur Panik

Der Name "Tarantel" klingt für viele Menschen zunächst bedrohlich. Mit den aus den Tropen bekannten Vogelspinnen hat Hogna radiata allerdings nichts zu tun. Es handelt sich um eine Wolfsspinne, die ihre Beute aktiv am Boden jagt und kein typisches Fangnetz spinnt.

Auffällig ist ihr braun-goldschimmernder Körper mit den charakteristischen strahlenförmigen Zeichnungen auf dem Vorderkörper. Weibchen können eine Körperlänge von rund zweieinhalb Zentimetern erreichen und wirken dadurch durchaus imposant.

Ist die Strahlende Tarantel giftig?

Ja – wie praktisch alle echten Spinnen besitzt auch Hogna radiata Gift. Für Menschen ist dieses Gift jedoch nicht gefährlich. Es dient vor allem dazu, Beutetiere wie Insekten zu überwältigen. Fachquellen stufen das Gift für Menschen als medizinisch unbedeutend ein. Ein Biss ist äußerst selten und kann allenfalls Schmerzen, Rötungen oder eine leichte Schwellung verursachen.

Auch der österreichische Naturschutzbund bezeichnet die Schwarzbäuchige Tarantel ausdrücklich als für Menschen völlig ungefährlich. Die Tiere sind nicht aggressiv und versuchen normalerweise zu flüchten, wenn sie gestört werden.

Der Makrofotograf Manfred Auer erklärt gegenüber dem ORF: "Aber man braucht keine Angst zu haben. Damit sie wirklich einmal zubeißen, müssen sie sich bedroht fühlen." Auch Zoologin Waldner rät, die Tiere einfach in Ruhe zu lassen.

Spinnen helfen sogar im Haus

Angst vor Spinnen ist weit verbreitet – aus Sicht der Expertin aber unbegründet. Wer eine Spinne in der Wohnung entdeckt, müsse sie nicht sofort beseitigen. Im Gegenteil: Spinnen erfüllen eine wichtige Funktion, weil sie unter anderem Gelsen, Fliegen und andere lästige Insekten fressen.

Wer in Kärnten eine Strahlende Tarantel entdeckt, kann den Fund dem Landesmuseum melden. Solche Beobachtungen helfen den Experten dabei, die weitere Ausbreitung der Art zu dokumentieren. Gerade weil sich die Lebensbedingungen durch den Klimawandel verändern, sind solche Meldungen für die Forschung interessant.

Die ungewöhnlich große Spinne ist also tatsächlich giftig – gefährlich ist sie für Menschen deshalb aber nicht. Wer ihr begegnet, sollte sie am besten nicht anfassen und ihr die Möglichkeit zur Flucht geben.