24.000 Tiere gezählt
Tausende Flamingos erobern Touristen-Hochburg
Bei Touristen zählt Venedig zu den beliebtesten Reisezielen. Die Kanäle, Gondeln und historischen Paläste ziehen jedes Jahr Millionen von Menschen an. Nun haben auch Flamingos Venedig für sich entdeckt und erobern die italienische Lagunen-Stadt.
Auch interessant
Im vergangenen Jahr wurden in der Lagune von Venedig 24.000 Flamingos gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das etwa 6.000 Tiere mehr. Im gesamten Mittelmeerraum gehört die Lagune nun zu den wichtigsten Überwinterungsgebieten der Flamingos.
Renaturierungsprojekte haben funktioniert
Für Experten haben die großangelegten Renaturierungsprojekte dabei sehr geholfen. Mit diesen Projekten wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Feuchtgebiete und Salzwiesen wiederhergestellt. Ornithologe Alessandro Sartori betont: "Die Lagune von Venedig wird zu einem der wichtigsten Überwinterungsgebiete überhaupt."
Anfang der 2000er-Jahre entdeckten die ersten Flamingos die Lagune in Venedig für sich. Besonders die ruhigen Bereiche im Norden der Lagune sind bei den Tieren sehr beliebt. Dort finden sie reichlich Nahrung. Mittlerweile lebt in der Nordlagune der Großteil der Flamingos.
Forscher hoffen, dass die pinken Tiere den nächsten Schritt machen. Flamingos sollen künftig dauerhaft in Venedig brüten. Bisher klappten mehrere Brutversuche wegen extremer Wetterereignisse wie Hagelstürmen nicht.
EU-Projekt half mit
Das EU-Projekt "WaterLANDS" ist ein wichtiger Faktor für diesen Erfolg. Mit einem Budget von 24 Millionen Euro sollen im kompletten Europa zerstörte Feuchtgebiete wiederhergestellt werden. In Venedig sorgt das Projekt nicht nur für neuen Lebensraum für die Tiere, sondern auch für einen besseren Schutz der Küste gegen die Folgen des Klimawandels.
Die Lagune in Venedig ist rund 550 Quadratkilometer groß. Früher bestand die Hälfte der Fläche aus Salzwiesen. Heute sind nur noch rund sieben Prozent vorhanden.
Neue Touristen-Attraktion
In der Zukunft könnten die Flamingos zu einer neuen Touristenattraktion der Stadt werden. Jedoch benötigen neugierige Beobachter viel Geduld. Die Tiere befinden sich meist weit entfernt vom Stadtzentrum und die Gegend ist schwer zugänglich.
Wer es versuchen möchte, kann auf die Inseln Murano und Burano reisen. Von dort sind schon jetzt Sichtungen möglich. Experten vermuten, dass in den kommenden Jahren die Chance auf Begegnungen weiter steigen wird.