In Gedränge erstickt
Todesdrama bei Mexikos Aufstiegsparty
Drei Menschen kamen durch Ersticken ums Leben, als sich während der Feierlichkeiten Tausende von Fans auf den Straßen von Mexiko-Stadt drängten. Dies teilte die Gesundheitsbehörde der Hauptstadt in den frühen Morgenstunden des Mittwochs mit. Später wurde der Tod eines Mannes in den 30ern bekannt, der nach inneren Blutungen an einem Herzstillstand gestorben sei.
Der Vorfall ereignete sich an der Kreuzung der Straßen Hamburgo und Lancaster in der Nähe des Denkmals "Angel de la Independencia", wo sich Tausende Fußballfans versammelt hatten, um den 2:0-Sieg Mexikos gegen Ecuador zu feiern. "Trotz intensiver Wiederbelebungsmaßnahmen wurde der Tod eines 44-jährigen Mannes und einer 19-jährigen Frau infolge von Erstickung bestätigt", erklärte die Gesundheitsbehörde in den sozialen Netzwerken. Der dritte Todesfall betraf eine 48-jährige Frau, die offenbar ebenfalls erstickte. Sie wurde in einer Seitenstraße behandelt, starb aber nach ihrer Einlieferung in ein Krankenhaus.
Autofahrer nach Gewalttat in der Vorwoche gestorben
Auch ein Autofahrer, der vergangene Woche nach Mexikos Sieg gegen Tschechien im Touristenort Cabo San Lucas aus noch ungeklärten Gründen in eine feiernde Menschenmenge gefahren war, starb jetzt. Das bestätigte Alberto Renteria, der Generalsekretär der Bezirksverwaltung Los Cabos im mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur auf Facebook.
Der Zeitung "Reforma" und anderen Medien zufolge erlag der Mann seinen Verletzungen an Schädel und diversen inneren Organen, die ihm wütende Menschen nach seiner Fahrt durch die Menge zugefügt hätten. Demnach war der Mann von aufgebrachten Passanten aus seinem Fahrzeug gezerrt und verprügelt worden. Er sei geradezu "gelyncht" worden, schrieb etwa das Portal "Novedades Yucatan". Nach seiner Festnahme wurde er in ein Krankenhaus gebracht.
Weitere Informationen, ob es sich bei der Fahrt um ein Versehen oder Absicht handelte, gab es nicht. Auch nicht, ob weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen wurden. Der Autofahrer hatte dabei am 24. Juni Menschen angefahren, 17 Personen wurden verletzt.
Zwischenfälle auch an anderen Schauplätzen
Schon vor dem Sechzehntelfinal-Spiel der Mexikaner am Dienstag hatten Hunderte Menschen ein Fan-Fest in der nördlichen Stadt Monterrey gestürmt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, wie Medien berichteten. Laut dem Sender Telediario wurden bei dem Gerangel mehrere Menschen verletzt. Aufregung gab es auch um homophobe Gesänge während der Partie im Aztekenstadion.
Auch interessant
In Monterrey wurden die Zugänge des Geländes nach dem Erreichen der maximalen Kapazität von rund 100.000 Menschen gesperrt, berichtete die Zeitung "El Norte". Das habe dazu geführt, dass Fans die Tore aufzubrechen versuchten, über die Zäune kletterten oder sie umstürzten. In Mexiko-Stadt versammelten sich Hunderttausende auf dem Zocalo-Platz und an der Prachtstraße Paseo de la Reforma, um sich das Spiel anzuschauen. Auch dort versuchten Fans, das Fan-Fest im historischen Zentrum der Stadt zu stürmen. In Guadalajara wurden laut dem Sender "Milenio" mehrere Fans nach Ausschreitungen beim Fan-Fest festgenommen.
+++ Alle News zur Fußball-WM finden Sie HIER auf dem oe24-WM-Channel +++
Homophobe Gesänge bei Sieg gegen Ecuador
Während des 2:0-Erfolgs der Mexikaner fielen laut Berichten Fans mit homophoben Gesängen auf. Die Anhänger sollen die Beleidigung im Aztekenstadion gezielt gerufen haben, wenn Ecuadors Torhüter Hernan Galindez beim Abstoß den Ball trat. Das Thema ist in Mexiko nicht neu. Rund drei Wochen vor WM-Beginn hatte der Weltverband (FIFA) bei einem Testspiel in Puebla Fanbereiche aus diesem Grund gesperrt.
Die WM steht in Mexiko unmittelbar vor dem Ende. Nach dem Duell Mexiko gegen Ecuador gibt es am Sonntag in Mexiko-Stadt noch ein Achtelfinale mit dem Gastgeber. Die letzten acht Partien ab dem Viertelfinale werden nur noch in den USA ausgetragen.