So., 22 Uhr

Top-Duell: Norwegen kracht auf Brasilien

© Getty Images/Wavebreak Media
Brasilien träumt vom sechsten WM-Titel, der nächste Gegner flößt aber Respekt ein. Die Norweger mit Superstürmer Erling Haaland sind am Sonntag (22.00 Uhr) in East Rutherford darauf aus, so weit wie noch nie bei einer Weltmeisterschaft vorzustoßen.
Zur Vollversion des Artikels

Beim dritten Antreten in einem Achtelfinale in ihrer Geschichte wollen die "Wikinger" ihren Status als Geheimtipp auf den Titel untermauern. Brasilien hofft auf den Steigerungseffekt, hat gegen Norwegen aber noch nie gewonnen.

Schlagzeilen machte im Vorfeld der Partie ein Video aus der norwegischen Kabine nach dem Erfolg über die Elfenbeinküste. Teamchef Stale Solbakkens emotionale Rede endete mit den Worten: "Und eine Sache noch: Carlo Ancelotti, wir kommen!" Seinen nächsten öffentlichen Auftritt nutzte der Norweger dann, um seine Bewunderung für Italiens Starcoach kundzutun. Seine Rede sei nicht provokativ gewesen, beteuerte Solbakken. "Wir haben den größten Respekt vor ihm und Brasilien."

Norwegen kein Lieblingsgegner der "Selecao"

Wie man die "Selecao" in die Knie zwingt, weiß der 58-Jährige. Solbakken war Teil jener norwegischen Mannschaft, die die Südamerikaner bei der WM 1998 in der Gruppe 2:1 bezwang, auch wenn er selbst damals nicht zum Einsatz kam. Es ist das bis dato einzige Pflichtspiel-Duell der beiden Nationen. In drei weiteren Aufeinandertreffen in Freundschaftsspielen gab es zwei Remis und einen weiteren norwegischen Sieg. Historisch gesehen sind die Nordländer also alles andere als ein Lieblingsgegner Brasiliens.

1998 sei lange vorbei, beteuerte Norwegens Coach nun. Chancen rechnen sich die Skandinavier aber auch 28 Jahre danach aus. "Brasilien ist natürlich der Favorit. Aber wir hoffen, dass wir sie fordern können. Wir spielen nicht zum Spaß, sondern um zu gewinnen und ins Viertelfinale vorzustoßen", merkte Solbakken an.

Die Hoffnungen der norwegischen Fans auf eine weitere siegreiche Rudereinlage im Finalstadion von New Jersey ruhen auf dem Torjäger. Haaland hält bereits bei fünf Turniertoren, 13 Pflichtspiele in Folge hat er für das Nationalteam getroffen. "Jetzt gegen Brasilien zu spielen ist komplett verrückt", sagte Haaland. Dass der Stürmer von Manchester City nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste angab, "todmüde" zu sein gab jedoch Anlass zur Sorge bei der Anhängerschaft. Diese sorgte dafür, dass am Tag nach dem Aufstieg ins Achtelfinale die Reisebüros Hochbetrieb hatten. Direktflüge von Oslo nach New York waren so gut wie ausgebucht. In Norwegen wurde ein freier Tag für alle Arbeitnehmer am Montag gefordert.

Rekordweltmeister noch nicht am Leistungszenit

Brasilien darf ebenfalls auf die Fans bauen. Diese sahen bisher einen Rekordweltmeister, der noch nicht auf einer Stufe wie beispielsweise Frankreich agierte. "Wir machen unsere Sache gut. Wir zeigen gute Leistungen, aber man darf sich nie zufrieden geben, denn wir wollen noch besser spielen", blickte Ancelotti voraus. Um es bei dieser WM weit zu schaffen, muss seine Mannschaft auf "höchstem Niveau" spielen.

+++ Alle News zur Fußball-WM finden Sie HIER auf dem oe24-WM-Channel +++

Viel hängt im weiteren Turnierverlauf sicherlich auch von Vinicius Junior ab. Der Real-Star hat in den USA zwar nur ein Tor weniger als Haaland erzielt, die großen Schlagzeilen schrieb er bisher jedoch nicht. Im Angriff kann Ancelotti voraussichtlich wieder auf Barcelonas Flügelflitzer Raphinha setzen, der nach einer Oberschenkelverletzung wieder im Training stand. Unsicher ist der Einsatz von Lucas Paqueta, der sich gegen Japan am Oberschenkel verletzte.