Künstler attackiert
Antisemitismus-Skandal vor Lueger-Denkmal
Vor gerade einmal drei Wochen wurde das vom Künstler Klemens Wihlidal unter dem Titel "Schieflage (Karl Lueger 3,5°)" kontextualisierte Lueger-Denkmal in Wien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, nun gab es einen ersten Zwischenfall.
Wie der "Standard" berichtet, hat der jüdische Künstler Alon Ishay am Mittwoch eine "Umgestaltung" vorgenommen, wurde von der Polizei angezeigt und von Passanten antisemitisch beschimpft und angegriffen. Laut dem Bericht kam es zu einem Polizeieinsatz, nachdem der Künstler im Rahmen eines Festivals der Universität für Angewandte Kunst auf dem Denkmal "Schande"-Kleber angebracht und mit wasserlöslicher Sprühkreide Fußabdrücke auf dem Boden appliziert hatte.
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Unter den Teilnehmern des von der Angewandten organisierten Rundgangs, um sich kritisch mit dem renovierten Denkmal auseinanderzusetzen, fanden sich demnach unter anderem der Schriftsteller Doron Rabinovici, Lehrende der Angewandten sowie Vizerektorin Gerhild Steinbuch. Rund 15 Polizeibeamte hätten die Aktion beendet und gegen Ishay wie gegen Steinbuch Anzeigen wegen des Verdachts der Störung der öffentlichen Ordnung erstattet. Zudem sei eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung übermittelt worden
Passanten riefen antisemitische Parolen
Nach dem Einsatz sei es zudem zu antisemitischen Beleidigungen durch Passanten gekommen. "Zuerst bekomme ich als jüdischer Student zwei Anzeigen, weil ich mich künstlerisch gegen ein antisemitisches Ehrenmal engagiere. Kurz darauf werde ich antisemitisch beleidigt und dann noch von einem Passanten währenddessen als Judenschwein beschimpft und angespuckt", zitiert der "Standard" den Künstler.
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Bestürzt zeigt sich daraufhin der Rechtsextremismus- und Gedenkpolitiksprecher der Grünen, Lukas Hammer. "Es ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet gegen jene vorgegangen wird, die auf Antisemitismus aufmerksam machen." Sollten Alon Ishay oder andere Beteiligte infolge des Polizeieinsatzes mit Kosten oder Verwaltungsstrafen belastet werden, kündigte Hammer Unterstützung an.
Kaup-Hasler: "Null Toleranz für Antisemitismus"
Auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) verurteilte die antisemitischen Beschimpfungen und Angriffe. "In Wien herrscht null Toleranz für Antisemitismus! Kunst kann herausfordern und Debatten anstoßen - sie darf niemals mit Hass, Einschüchterung oder antisemitischen Angriffen beantwortet werden."
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