Babler-Nachfolge

Totales SPÖ-Chaos: Keiner will Partei übernehmen

© APA/HELMUT FOHRINGER
SPÖ-Chef Andreas Babler muss gehen. Offen ist aber noch, wer ihm nachfolgt. Die SPÖ-Granden suchen verzweifelt nach einer Lösung - aber die Kandidaten sagen reihenweise ab.
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Seit 14.30 Uhr sitzen die SPÖ-Landeschefs im Wiener Rathaus zusammen, um über den Rückzug und die Nachfolge für Andreas Babler zu beraten. Im Anschluss (ab 16 Uhr) ist dann ein Gipfel im Wiener Innenstadt-Hotel Steigenberger (5 Sterne) geplant, bei dem die neun Landeschefs auf Andreas Babler, Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim, Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und Regierungskoordinatorin Michaela Schmidt treffen.

Hinter den Kulissen dürften sich die SPÖ-Granden bereits auf eine Babler-Ablöse verständigt haben. Alle neun Bundesländer und auch die Gewerkschaft sind dafür. Unklar ist aber noch, wann und wie Bablers Rückzug über die Bühne geht. Und vor allem: Wer ihm folgt.

Marterbauer soll Vizekanzler werden

Im SPÖ-Regierungsteam läuft alles darauf hinaus, dass Finanzminister Markus Marterbauer als Vizekanzler übernimmt. Ob und wann er auch die Partei übernehmen würde, hänge von seinem Genesungsprozess ab, heißt es. Sollte Marterbauer - wider Erwarten - nicht als Vizekanzler übernehmen, werden Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner oder Infrastrukturminister Peter Hanke als Alternativen genannt. Offen ist auch noch, ob Babler - wie es die Mehrheit der Länder und auch die Gewerkschaft fordert - auch als Minister geht. Dann könnte Alexander Wrabetz das Medien-, Sport- und Kulturministerium übernehmen - er hätte als Ex-ORF-Chef, Rapid-Präsident und Symphoniker-Präsident den idealen Background dafür.

Mehrheit für Bures als Parteichefin - aber die will nicht

Noch schwieriger ist die Suche nach einem oder einer neuen Parteichef(in). Alle, die bisher gefragt wurden, haben abgewunken. Eine große Mehrheit wünscht sich Doris Bures, die derzeit 3. Nationalratspräsidentin ist und die SPÖ in und auswendig kennt. Aber: Sie wehrt sich vehement und ist heute noch dazu mit einer Parlamentsdelegation in Afrika und bei der Sitzung nicht dabei. "Vielleicht können wir sie ja doch noch überreden", so ein Partei-Grande zu oe24. Spekuliert wurde von einigen Bundesländern sogar über einen Ämtertausch: Bures übernimmt als Parteichefin und Andreas Babler bekäme als "gesichtswahrendes" Ausstiegs-Szenario den Job des 3. Nationalratspräsidenten.

Übernimmt ein Stellvertreter-Gremium interimistisch?

Alternativ zu Bures wurde auch SPÖ-Klubchef Philip Kucher genannt. Auch er soll aber bereits deutlich signalisiert haben, dass er nicht zur Verfügung steht. Ebenfalls abgesagt hat Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner. Aus der Stellvertreter-Riege wurde der OÖ-Landesparteichef Martin Winkler als "Verbinder" ins Spiel gebracht, der aufgrund seines OÖ-Wahlkampfs im nächsten Jahr aber auch nicht will. Zuletzt wurde der ehemalige Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser genannt, aber auch er ließ den Granden in Wien (vorerst) ein "Nein" ausrichten. Möglich wäre auch ein Gremium der Parteichef-Stellvertreter, das den Parteitag (vermutlich im 1. Quartal 2027) vorbereitet. Bablers derzeitige Stellvertreter sind: Doris Bures, Daniel Fellner, Julia Herr, Eva-Maria Holzleitner, Jörg Leichtfried, Mario Leiter, Elvira Schmidt, Philip Wohlmuth und Martin Winkler.