Insolvenz

Traditionsbetrieb nach 136 Jahren pleite

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Die Baukrise in Deutschland trifft den Fliesenhandel erneut hart: Die Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH ist wieder insolvent. Nach 136 Jahren bangen rund 400 Mitarbeiter um ihre Zukunft.
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Die wirtschaftlichen Turbulenzen in der deutschen Baubranche fordern ein weiteres Opfer. Das Amtsgericht Wittlich in Rheinland-Pfalz hat über das Vermögen des bereits 1890 gegründeten Fliesenhandels ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Besonders bitter ist die Situation für die Belegschaft, da erst im September des vergangenen Jahres eine vorherige Insolvenz abgeschlossen worden war. Nun steckt das Traditionsunternehmen erneut in einer existenziellen Krise.

Suche nach einem starken Investor

Das primäre Ziel besteht nun darin, zügig einen Käufer für den gesamten Betrieb oder zumindest für Teile davon zu finden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Ingo Grünewald betont, dass ein Investor benötigt wird, der in der Lage ist, die anhaltende Krise in der Bauwirtschaft auszusitzen. Er führt dazu bereits konkrete Gespräche mit Interessenten. Die Löhne und Gehälter der rund 400 Beschäftigten sind für die Monate August bis Oktober über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Umsatzeinbrüche und gestiegene Beschaffungskosten

Nach Angaben des Sanierungsexperten geriet der Fliesenhandel bereits 2024 wegen der schwierigen Lage der Baubranche stark unter Druck. Zusätzliche Probleme entstanden durch die Einführung eines neuen SAP-Computersystems sowie den Umzug in ein neues Zentrallager in Föhren bei Trier. Laut Grünewald verzeichnete das Unternehmen ab 2023 durch die Baukrise in Deutschland zunächst Umsatzrückgänge von 30 Prozent, gefolgt von einem weiteren Minus von 10 Prozent im Jahr 2024. Diese Verluste halten weiterhin an. Zudem führte ein Preisschock bei den Lieferanten zu stark erhöhten Kosten, bis der Firma schließlich das Geld ausging.

Traditionsbetrieb mit bundesweiten Standorten

Derzeit betreibt das Familienunternehmen bundesweit noch zwölf Standorte im Groß- und Einzelhandel für Fliesen, Baustoffe und Bodenbeläge. Das 1890 von Peter Philipp Friedrich gegründete Unternehmen expandierte später unter dem Namen "Platten Friedrich Trier" und wird mittlerweile in fünfter Generation geführt. Die erneute Insolvenz reiht sich in eine Welle von Hiobsbotschaften aus der Branche ein: Zuletzt mussten auch die Baumarktkette Hellweg mit rund 2.900 Betroffenen sowie die BayWa Bau- & Gartenmärkte Insolvenz anmelden, wo etwa 1.300 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze sorgen.