Gab es seit 1592
Traditionsgeschäft muss nach 434 Jahren zusperren
Der Wiener Musikverlag Universal Edition beendet den stationären Betrieb der Mayrischen Musikalienhandlung in der Salzburger Bergstraße und sperrt gleichzeitig das Geschäft Musik Müller in Wien zu, wie der ORF berichtet. Die Entscheidung sei nach langer und intensiver Prüfung verschiedener Möglichkeiten gefallen. Das Unternehmen ist seit 1994 Eigentümer der beiden Geschäfte. Für die Mayrische gibt es jedoch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, da derzeit geprüft wird, ob ein neuer Betreiber das Traditionsgeschäft übernehmen könnte. Bei Musik Müller in Wien besteht diese Perspektive nicht.
Noten seit dem Jahr 1592
Die Geschichte der Mayrischen Musikalienhandlung reicht bis ins Jahr 1592 zurück, womit sie zu den ältesten Musikalienhandlungen im deutschsprachigen Raum zählen dürfte. Generationen von Musikern kauften dort Noten, Partituren und Musikliteratur. In Salzburg gehörten vor allem Studenten des Mozarteums sowie Musiker des Mozarteumorchesters, der Camerata und des Musikums zur Stammkundschaft. Bereits 2020 stand das Geschäft vor dem Aus, woraufhin die angekündigte Schließung für einen Aufschrei in der Salzburger Kulturszene sorgte und mehr als 3.000 Menschen Petitionen für den Erhalt unterstützten. Die Mayrische konnte schließlich weitermachen und übersiedelte verkleinert von der Theatergasse ins Kunstquartier in der Bergstraße.
Auch interessant
Kosten steigen und Umsätze sinken
Nun ist die wirtschaftliche Lage offenbar endgültig zu schwierig geworden. Laut Universal Edition gingen die Umsätze besonders nach der Corona-Pandemie deutlich zurück und erreichten das frühere Niveau nicht mehr. Gleichzeitig seien Energie-, Personal- und andere Betriebskosten erheblich gestiegen, wozu die Konkurrenz aus dem Internet kommt, da der Onlinehandel das Geschäft mit Noten und Musikliteratur nachhaltig verändert habe. Eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung sei deshalb nicht mehr möglich. Details zum Abverkauf und zum genauen Ablauf der Schließungen sollen noch bekannt gegeben werden. Für Salzburg bleibt zumindest Hoffnung: Findet sich ein neuer Betreiber, könnte die mehr als vier Jahrhunderte alte Geschichte der Mayrischen doch noch weitergehen.