Demo geplant
Trans-Vergewaltigung wirft Fragen zur neuen Gewaltambulanz auf
Der vergangene Woche bekanntgewordene Fall eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers, das in Linz erst von zwei Spitälern abgewiesen worden war, bevor es im Kepler Uniklinikum (KUK) medizinisch versorgt wurde, ist Anlass einer Debatte über die Behandlung von Gewaltopfern. Nach Wien und Graz gibt es seit Jahresanfang auch in Linz eine Gewaltambulanz. KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas warnt vor falschen Erwartungen. Schwerpunkt sei die forensische Spurensicherung.
"Wir brauchen eine Gewaltambulanz, die funktioniert", heißt es vom "Bündnis 8. März", das für kommenden Mittwoch um 17 Uhr eine Kundgebung vor dem Linzer Landhaus organisiert. "Gewalt hält sich nicht an Öffnungszeiten. Wir fordern: 24/7. Ein fixer Ort. Für alle", so die Ankündigung in sozialen Medien. Tatsächlich ist die noch im Aufbau befindliche Gewaltambulanz derzeit nur montags, dienstags, donnerstags und freitags von 7 bis 15 Uhr besetzt.
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Dennoch sei im KUK eine Versorgung von Gewaltopfern rund um die Uhr gewährleistet, versicherte Lukas. Sie werden immer auf der jeweiligen Fachabteilung medizinisch versorgt. Ziel sei es, die Ambulanz auch am Mittwoch zu öffnen. Der Begriff Gewaltambulanz sei "missverständlich", meinte Lukas Freitag in einem Pressegespräch. Sie sei etwa nicht vergleichbar mit einer Notfallambulanz.
Den Mehrwert der neuen Gewaltambulanz sieht Lukas in der Fokussierung auf die Spurensicherung für staatsanwaltliche Ermittlungsarbeit, die außerhalb der Öffnungszeit vom Personal auf der Fachabteilung vorgenommen wird. Nachdem es in Linz an der Uni keine Gerichtsmedizin gibt, wurde ein niedergelassener Forensiker zur Gewaltambulanz hinzugezogen. Inzwischen hat die Gewaltambulanz auch Spurensicherungsboxen für alle anderen Krankenhäuser in Oberösterreich zusammengestellt.