Am 15. Oktober wird in der Wiener Stadthalle wieder der rote Teppich ausgerollt, die Scheinwerfer gehen an und Österreichs Sportstars hoffen auf ihren großen Moment. Doch schon vor der Lotterien-Sporthilfe-Gala sorgt die Liste der Finalisten für Wirbel.
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Einer, der besonders auffällig fehlt, ist Benjamin Karl. Der 40-jährige Niederösterreicher verteidigte bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina seine Goldmedaille von Peking 2022 – und schrieb damit erneut Sportgeschichte. Und das in einem Alter, in dem andere längst ihre Karriere beendet haben. Für einen Platz unter den Top drei der Sportlerwahl reichte es dennoch nicht. Stattdessen stehen Felix Gall, Alessandro Hämmerle und Johannes Lamparter zur Wahl.
Dabei war Karls Jahr nicht nur auf dem Snowboard turbulent. Nach der vergangenen Saison hatte der Doppel-Olympiasieger eigentlich seinen Rücktritt angekündigt. Der Plan: Schluss mit dem Snowboard, stattdessen volle Konzentration auf seine Radkarriere. Doch dann die überraschende Kehrtwende: Karl machte weiter – und damit war auch abseits der Wettkämpfe einiges los.
Podcast-Auftritt löst heftige Debatte aus
Für besonders viel Gesprächsstoff sorgte sein Auftritt im Podcast "Mindgames". Karl sprach über die Rollenverteilung in seiner Ehe und erzählte unter anderem, dass seine Frau im Zuge seines geplanten Wechsels zum Rennrad mehr Freiheit gewünscht habe. Gleichzeitig verwies er auf seine finanzielle Verantwortung für die Familie, das Haus, den Pool und vieles von dem, "was sie immer wollte". Die Aussagen lösten eine heftige Debatte aus.
Auch innerhalb des ÖSV war die Rückkehr des Routiniers nicht unumstritten. Andreas Prommegger und Alexander Payer äußerten sich kritisch und sahen sogar die Teamchemie gefährdet. Dazu kam massiver Gegenwind in den sozialen Medien. Karl selbst sagte später in der "Tiroler Tageszeitung": "Social Media ist schon die Härte mit all den Kommentaren, die jeder, anonym oder nicht, unter ein Posting stellen kann. " Ob all diese Diskussionen bei der Niki-Wahl eine Rolle gespielt haben, lässt sich nicht sagen. Fest steht allerdings: Trotz Olympia-Gold steht Karl nicht im Finale.
WM-Helden ohne Niki-Ticket
Und dann wäre da noch das ÖFB-Team. Die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick fehlt in der Mannschaftswahl – und das trotz einer historischen WM-Kampagne. Erstmals seit 1998 war Österreich wieder bei einer Endrunde dabei, erstmals seit 1982 wurde sogar die Gruppenphase überstanden. Auch wenn dann im Sechzehntelfinale gegen Spanien mit 0:3 Schluss war.
Zwei große Erfolge also – doch beide finden sich nicht auf der Niki-Shortlist wieder. Während die Olympia-Helden um die Trophäen kämpfen, bleiben Karl und das ÖFB-Team diesmal außen vor. Die Entscheidung fällt am 15. Oktober in der Wiener Stadthalle.