Seit US-Präsident Donald Trump im Jänner 2025 zum zweiten Mal das Amt des US-Präsidenten antrat, sorgt er weltweit für Unruhe. Sei es der Zollstreit mit der EU, China oder Kanada, der Krieg im Iran oder das nicht eingehaltene Versprechen, den Krieg zwischen der Ukraine und Russland in kürzester Zeit zu beenden.
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Dennoch erstarren viele in Ehrfurcht und knicken ein. Am besten war das am Beispiel der EU zu sehen, die sich nach kurzem Aufbäumen zu einem Deal hinreißen lassen haben. Ganz anders hingegen war die Strategie von Kanadas Staatsoberhaupt Tim Carney, der umgehend Gegenzölle angekündigt hat. "Dollar für Dollar", will man auf das Vorgehen der USA reagieren.
Laut Verhandlungsexperte Matthias Schranner genau die richtige Herangehensweise. In seinem Buch "Das Ende von Win-win: Verhandeln in Zeiten der Kompromisslosigkeit" liefert der Deutsche klare Antworten. Ihm zufolge setzt Trump bei seinem Vorgehen darauf, sich durchzusetzen, baut öffentlich Druck auf und stellt extrem hohe Forderungen. Schranner zufolge hat man verloren, sobald man in dieser Zeit mit Harmonie und schnellen Kompromissen reagiert, genau diesen Fehler hat die EU begangen.
Vorbild Kanada
Schranner: "Die Europäer sollten sich ein Vorbild an Kanada nehmen." Das US-Nachbarland hat sich trotz aller Drohungen nicht einschüchtern lassen, ebenfalls hohe Forderungen gestellt und keine Angst vor Eskalation gezeigt. Dem Experten zufolge ist es in Trumps Verhandlungsstrategie zu erkennen, dass ihm die Zeit abläuft. "Donald Trumps Drohungen haben sich mittlerweile abgenutzt. Keiner glaubt mehr den Drohungen von Trump. Denn wer droht, muss auch umsetzen", so Schranner.
Sein Resümee lautet: "Wer sich zu Beginn einer Verhandlung vor dem König verbeugt, der wird verlieren." Denn so laut Trump auch schreien mag, wenn es ernst wird, wird er selbst einknicken und in letzter Sekunde doch nachgeben. Damit hat sich der US-Präsident selbst geschwächt.