Renovierungsarbeiten

Trump kontert Obama-Spott: Weißes Haus kein "Cheesecake Factory"-Palast

© EPA
Bei einem Wahlkampfauftritt in Mississippi hat Donald Trump ausführlich seine umstrittenen Renovierungsarbeiten im Weißen Haus verteidigt. Anlass war eine bissige Spitze von Ex-Präsident Barack Obama, der die opulenten Goldverzierungen im Oval Office zuvor öffentlich ins Lächerliche gezogen hatte.
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Der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden politischen Erzrivalen geht in die nächste Runde. Während einer Kundgebung am Montagabend im Bundesstaat Mississippi widmete Donald Trump volle sieben Minuten seiner Rede den Bau- und Ausbesserungsarbeiten am Regierungssitz in Washington. Zuvor hatte Barack Obama am Samstag bei einem Auftritt für die US-Demokraten im Bundesstaat Ohio gewitzelt, die ausufernden Gold-Applikationen in Trumps Oval Office sähen aus, als hätte "Saddam Hussein eine Cheesecake-Factory-Filiale eröffnet". Zudem spottete Obama, Trump gehöre mit seinem Renovierungsfimmel eigentlich auf den Heimwerker-Kanal HGTV.

Trump wies die Vorwürfe, er vergeude zu viel Arbeitszeit mit baulichen Details, entschieden zurück. Gleichzeitig lobte er die genannte Restaurantkette demonstrativ als "äußerst erfolgreiches Unternehmen" und betonte die staatstragende Bedeutung der Instandhaltung: "Das Weiße Haus repräsentiert unser gesamtes Land, und es muss makellos sein. Ich würde versuchen, das einem Typen wie Obama zu erklären, aber er würde es schlichtweg nicht verstehen."

Marode Säulen und Außenputz: Trumps Mängelliste am Amtssitz

Vor seinen Anhängern schilderte der ehemalige Immobilienunternehmer den baulichen Zustand des Weißen Hauses vor seinen Initiativen in düsteren Farben. Aus seiner Sicht sei ein massiver Sanierungsbedarf über Jahre hinweg verschleppt worden:

  • Sichtbare Bauschäden: Trump berichtete von einer gerissenen Säule, abgeplatzten Fliesen und fehlenden historischen Ornamenten.
  • Umfangreiche Sanierungsprojekte: Zu den durchgeführten Maßnahmen zählten Erneuerungen am Außenputz, der Bau eines Ballsaals sowie ein neuer Hubschrauberlandeplatz.
  • Persönlicher Ausgleich: Das Reparieren liege ihm im Blut, erklärte der Präsident wörtlich: "Ich repariere Dinge sehr gut und sehr schön. Es ist eine natürliche Sache, es entspannt mich sogar."

Bei der zeitlichen Einordnung seiner Beobachtungen verstrickte sich Trump allerdings in Widersprüche. Er behauptete auf der Bühne, die Baufälligkeit bereits bei einem Besuch vor 20 Jahren bemerkt zu haben. Offizielle Besucherprotokolle widerlegen diese Darstellung: Zwischen einem Empfang bei US-Präsident Ronald Reagan im Jahr 1987 und seinem Wahlsieg im November 2016 existiert keine Dokumentation über einen Aufenthalt Trumps im Weißen Haus.

US-Bürger sehen Fokus auf Bauprojekte kritisch

Dass Trump das Thema so emotional aufgriff, berührt eine empfindliche politische Schwachstelle des gelernten Immobilienentwicklers. Während er erklärte, er hätte die Sanierungen gerne schon in seiner ersten Amtszeit erledigt, habe damals aber keine Zeit gehabt, betonte er im selben Atemzug: "Ich habe mir dafür überhaupt keine Zeit genommen. Es war mir eine Ehre und es macht mir Spaß."

In der amerikanischen Wählerschaft stößt Trumps Fokus auf die Umgestaltung des Weißen Hauses und der Bundeshauptstadt jedoch auf breite Skepsis. Eine aktuelle landesweite Umfrage von Washington Post, ABC News und Ipsos zeichnet ein eindeutiges Stimmungsbild:

  • 59 Prozent der Befragten: vertreten die Ansicht, dass Trump viel zu viel Zeit auf diese Bau- und Renovierungsprojekte verwendet.
  • 27 Prozent der Erwachsenen: halten den zeitlichen Aufwand für genau richtig dosiert.
  • 11 Prozent der Wähler: gaben an, dass er sich nicht genug um diese baulichen Maßnahmen kümmere.

Die jahrzehntelange Fehde zwischen Trump und Obama erfährt durch den bizarren Streit um Goldverzierungen und Restaurantketten ein weiteres Kapitel, das die tiefe Spaltung der US-Politik bis in ästhetische Detailfragen widerspiegelt.