Nahost
Trump droht dem Iran mit totaler Zerstörung
Es handle sich um "große und gewaltige" Angriffe, die als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner ausgeführt würden, Seeminen in der Straße von Hormuz zu verlegen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er bekräftigte in dem Zuge die US-Darstellung, dass es in der für den globalen Ölhandel zentralen Meerenge aktuell keine Seeminen gebe.
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Trump stellte die neuen US-Angriffe auch als Reaktion auf den jüngsten iranischen Raketenbeschuss auf Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien dar, der erfolgreich abgewehrt worden sei. Der US-Präsident warnte den Iran zudem vor weiteren Angriffen gegen die USA: "Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden", drohte er. Gleichzeitig betonte Trump, dass ein solcher Angriff nicht "der größte Angriff von allen sein" würde. Dieser stehe noch in den Startlöchern - und "wenn er vorbei ist, wird von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein!"
Was das Militär und US-Medien über die neuen Angriffe berichten
Zuvor hatte bereits das US-Militär über seine neuen Angriffe gegen den Iran informiert. Diese hätten um 12.00 Uhr US-Ostküstenzeit (19.30 Uhr Ortszeit in Teheran) begonnen und richteten sich gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden im Land, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Angriffe seien eine Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der Revolutionsgarden gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz und gegen in der Region stationierte US-Soldaten, hieß es.
Das US-Nachrichtenportal "Axios" schreibt, die Angriffe seien Teil eines Plans, den US-Präsident Donald Trump und seine ranghohen Berater in den vergangenen Tagen in Erwägung gezogen hätten. Dieser sehe begrenzte Angriffe in der Straße von Hormuz vor, um den Iran daran zu hindern, seine Radar- und Raketenkapazitäten zum Angriff auf Schiffe wieder aufzubauen, berichtet "Axios" unter Berufung auf US-Beamte. Der Plan ist demnach in der vergangenen Woche von Centcom ausgearbeitet worden. Die Idee dahinter sei, das Risiko iranischer Angriffe auf Öltanker sowie Schiffe und Flugzeuge des US-Militärs zu verringern, zitiert das Nachrichtenportal einen US-Beamten.
In der Nacht auf Montag war es erstmals seit Ende Juli wieder zu gegenseitigen Angriffen zwischen dem Iran und den USA gekommen. Das US-Militär attackierte dabei nach eigenen Angaben Einheiten der iranischen Revolutionsgarden, die Minen in der Straße von Hormuz legen wollten. Der Iran feuerte daraufhin mit Raketen auf Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien. Sie wurden jordanischen Angaben zufolge abgefangen.
Pezeshkian: Rückkehr zu Rahmenabkommen möglich
Der Iran ist indes nach eigenen Angaben zur Einhaltung der im Juni mit den USA geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges bereit - allerdings nur, wenn Washington seinerseits zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt. Teheran werde dann "umgehend entsprechende Maßnahmen" ergreifen, sagte Präsident Massoud Pezeshkian am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Kirgistan.
Die wiederholten Verstöße der USA gegen die Vereinbarung von Islamabad und eine Rückkehr zu einer Politik des Drucks und der Drohungen könnten den Weg der Diplomatie allerdings zum Scheitern bringen, warnte Pezeshkian. Der Iran betrachte Diplomatie und Verhandlungen weiterhin als vorrangigen Weg zur Beilegung von Streitigkeiten. Ohne guten Willen, die Einhaltung von Verpflichtungen und den Verzicht auf Gewalt könne Diplomatie aber keinen dauerhaften Frieden schaffen.
USA wollen mit Iran-Sanktionen bald Banken ins Visier nehmen
US-Finanzminister Scott Bessent stellte im Rahmen des angekündigten verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf den Iran baldige Sanktionen gegen Banken in Aussicht. Wahrscheinlich werde man diese Woche eine solche Maßnahme verkünden, nächste Woche werde dann eine weitere folgen, sagte er am Rande eines G20-Ministertreffens in Asheville im Bundesstaat North Carolina. "Wir sprechen hier mit unseren Verbündeten", betonte er und erwähnte große Unterstützung unter anderem seitens der EU und Großbritanniens.
Bessent hob auch hervor, dass die USA Vermögenswerte der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) aufspüren würden. Konkret nannte er in diesem Zusammenhang Konten auf den Britischen Jungferninseln. Der US-Finanzminister hatte vergangene Woche angekündigt, dass sein Land den Iran mit neuen Sanktionen wirtschaftlich noch weiter isolieren und so die Führung in Teheran in die Knie zwingen wolle. Sein Ministerium kündigte an, dass sogenannte Sekundärsanktionen gegen Länder und Organisationen verhängt werden könnten, die in fünf Wirtschaftssektoren geschäftlich tätig seien: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt.
Angriffe in Straße von Hormuz
In der Straße von Hormuz wurden unterdessen zwei Rohöltanker angegriffen und nach Angaben des griechischen Schifffahrtssicherheitsunternehmens Marisks binnen weniger Minuten getroffen. Bei den Schiffen handelte es sich demnach um die unter liberianscher Flagge fahrende "Senegal Prosperity" und die unter saudi-arabischer Flagge fahrende "Sidr". Wer hinter den Angriffen steckte, blieb unklar.
Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Vanguard Tech wurde die "Senegal Prosperity" von Raketen an der Backbordseite, im Maschinenraum und an einem Ballasttank getroffen. Die Kommunikation mit dem Schiff sei daraufhin ausgefallen. Die Besatzung sei in Sicherheit. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO hatte zuvor erklärt, es lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor.