Kein eigenes Meer
Trump tobt: Google verbietet seinen Ozean-Traum
Internet-Riese Google legt sich mit US-Präsident Donald Trump an und verteilt dem Republikaner eine bittere Abfuhr. Den Bossen des Konzerns dürfte der Wunsch einer Ozeanumbenennung selbst zu viel geworden sein.
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Die Anekdote brachte Trump am Freitag selbst an die Öffentlichkeit. Bei einem Wahlkampfauftritt vor im Bundesstaat Georgia berichtete der Präsident von einer Unterredung mit hochrangigen Vertretern des Suchmaschinen-Marktführers. Im Zuge des Gesprächs habe er vorgeschlagen, entweder den Atlantik oder den Pazifik künftig offiziell als "Trump Ozean" („Trump Ocean“) zu führen. Um seinem Wunsch den nötigen Nachdruck zu verleihen, habe er dem Technologiekonzern sogar vorab eine angefertigte, neu beschriftete Landkarte zukommen lassen.
Laut Trumps Schilderung reagierten die Verantwortlichen von Google jedoch unmissverständlich auf den Vorschlag. Das Unternehmen habe den Plan sofort gestoppt und klargestellt, dass man diesen Schritt keinesfalls mitgehen werde.
"Jetzt ist Schluss"
Die Antwort des Konzerns gab der Präsident vor seinem Publikum mit drastischen Worten wieder: "Jetzt reicht’s. Jetzt ist Schluss. Wir machen das nicht mehr mit." Auf Englisch zitierte er die Verhandlungspartner mit den Worten: "Sir, look, okay, this one we can’t do. Oceans are different. Oceans cover many, many countries. We can’t do it." Ozeane seien schlichtweg eine völlig andere Dimension, da sie sich über zahlreiche Staaten und Kontinente hinweg erstrecken.
Vom Unternehmen Google selbst liegt zu dem angeblichen Treffen und den Aussagen des Präsidenten bislang keine offizielle Stellungnahme vor. Ob sich der Dialog im Detail tatsächlich exakt so zugetragen hat, bleibt damit vorerst offen. Trump ist in der Vergangenheit wiederholt dafür bekannt geworden, Anekdoten auf der Bühne überspitzt darzustellen, um beim Publikum gezielt für Heiterkeit zu sorgen. Die bisherigen Namensänderungen (Ontario Lake oder Golf von Mexiko) hatte Google stets umgesetzt. Nachdem Europa das Trump-Vorgehen allerdings nicht unterstützt, werden diese Orte hierzulande nur in Klammer mit ihrem "neuen" Namen angezeigt.
Im Anschluss an seine Ausführungen in Georgia ruderte der US-Präsident ein Stück weit zurück. Er betonte vor den Zuhörern, dass sein Vorstoß diesmal lediglich als Scherz gemeint gewesen sei und die Umbenennung eines Weltmeers keineswegs einen ernsthaften Plan dargestellt habe. Vollständig verwerfen wollte er den Gedanken allerdings nicht. Mit einem typischen Schmunzeln fügte Trump hinzu: "Auch wenn es nicht die schlechteste Idee war, die ich je hatte."