Die Suche nach einem neuen UNO-Generalsekretär kommt nicht voran. Bei den bisherigen Probeabstimmungen konnte sich keiner der Kandidaten die nötige Unterstützung aller fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates sichern. Nun sorgt ein überraschender Name für Aufsehen: Die US-Regierung soll Viktor Orbán für den Spitzenposten ins Auge fassen.
Orbán soll Unterstützung aus Washington bekommen
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Wie das "Wall Street Journal" in einem Meinungsbeitrag berichtet, setzen sich die USA bei Russland und China für den ehemaligen ungarischen Regierungschef ein. Orbán pflegt gute Kontakte zu US-Präsident Donald Trump und suchte während seiner Amtszeit auch die Nähe zu Moskau und Peking.
Allerdings müssten auch Großbritannien und Frankreich dem Kandidaten zustimmen. Beide Länder verfügen wie die USA, Russland und China über ein Vetorecht im Sicherheitsrat. Ob Orbán tatsächlich antreten will, ist unklar. Laut dem Bericht soll er nur kandidieren, wenn er sich realistische Chancen auf einen Sieg ausrechnet. Orbán selbst wollte sich demnach nicht dazu äußern.
Neue Kandidatin aus den Emiraten
Erst vergangene Woche kam eine weitere Bewerberin hinzu: Die Vereinigten Arabischen Emirate schickten die Diplomatin Lana Nusseibeh ins Rennen. Sie vertrat Abu Dhabi bis 2024 als Botschafterin bei den Vereinten Nationen und hat palästinensische Wurzeln.
Nusseibeh erklärte, es sei an der Zeit, "mit größerer Dringlichkeit zu handeln" und Menschen über Unterschiede hinweg zusammenzubringen. Doch auch bei der jüngsten Probeabstimmung am Freitag konnte sich keiner der sieben Kandidaten die Unterstützung aller fünf Vetomächte sichern.
Grynspan liegt bisher vorne
Bislang schnitt Rebeca Grynspan, ehemalige Vizepräsidentin Costa Ricas und derzeitige Leiterin der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation UNCTAD, am besten ab. Doch auch sie erhielt fünf ablehnende Stimmen, darunter zwei von ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates.
Dahinter folgten Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, und Carolyn Rodrigues-Birkett, die frühere Außenministerin Guyanas. Ebenfalls im Rennen sind María Fernanda Espinosa, Ivonne A-Baki und Ugandas ehemaliger UN-Botschafter Olara Otunnu. Senegals Ex-Präsident Macky Sall zog seine Kandidatur nach der Probeabstimmung zurück.
Sicherheitsrat hat entscheidendes Wort
Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates – die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – können eine Kandidatur mit ihrem Veto blockieren. Erst wenn sich der Sicherheitsrat auf eine Person einigt, wird diese der UN-Generalversammlung zur Bestätigung vorgeschlagen.
Ob Orbán tatsächlich zum Kandidaten wird und ob er die nötige Unterstützung erhalten könnte, bleibt offen.