Personal könne nicht nachbesetzt werden und auch Studiengänge seien bedroht, warnten Rektorin Veronika Sexl und ihr designierter Nachfolger Gregor Weihs bei einer Pressekonferenz. Die Kürzungen würden vor allem naturwissenschaftliche Fächer, Nachwuchswissenschaftler und den Standort Österreich treffen.
Uni warnt vor Kahlschlag: "Teuer sind die MINT-Fächer"
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"Wir haben es offenbar nicht geschafft, die Dramatik deutlich zu machen", wünschte sich Sexl eine bessere Kommunikation mit dem Wissenschaftsministerium und insbesondere mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ). Das präsentierte Budget bedeute ein Minus von mindestens zehn Prozent, die Kürzungen würden vor allem Forschung und Lehre betreffen. Die Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen etwa müsse auf weniger Menschen aufgeteilt werden.
Ein Personalabbau von einem Zehntel würde für Innsbruck bedeuten, dass rund 580 Mitarbeiter gehen müssten. "Wir haben bereits im März begonnen, Gespräche mit den Fakultäten zu absolvieren und haben mögliche Kürzungen durchdiskutiert. Wir hoffen, dass wir ohne Kündigungen durchkommen", meinte Sexl. Konkrete Zahlen wollte man keine nennen, nicht alle Stellen könnten jedoch nachbesetzt werden. Das würde wiederum die befristeten Stellen und damit vor allem die Nachwuchswissenschaftler treffen. Auch künftig seien weniger Jobs an den Unis und in der Forschung zu vergeben. "Die 580 - das ist eine Kopfzahl, ganz so wird es wohl nicht werden", ergänzte Weihs, der ab März 2027 die Position des Rektors innehaben wird, "natürlich müssen wir alle laufenden Studienprogramme so bedienen, wie es vorgesehen ist."
Teuer seien vor allem MINT-Fächer
Treffen würde das gekürzte Budget vor allem die Informatik und die MINT-Fächer. "Einen Experimentalphysiker zu berufen, ist teuer. Der braucht ein Labor, Instrumente - das ist teuer in der Anschaffung. Ein Geisteswissenschaftler braucht im Vergleich dazu ein Zimmer, einen Laptop, Zugang zu Dateninfrastruktur und seine Bücher", verdeutlichte Sexl, dass bei den Geisteswissenschaften aus ihrer Sicht kein Sparpotenzial läge. Abgesehen davon, dass sie das Fundament einer Demokratie seien, betonte die Rektorin angesichts des von ihr georteten "Geisteswissenschaften-Bashings im Parlament".
Sexl sah außerdem eine Bedrohung des Standortes Österreich. 22 öffentliche Universitäten von insgesamt 77 Hochschulen würden 80 Prozent der Studierenden betreuen und über 75 Prozent der Patentanmeldungen sowie über 75 Prozent der wissenschaftlichen Leistung bringen. Die Kürzungen würden also auch die Wirtschaft treffen.
Bedrohte Studiengänge versuche man durch Kooperationen mit anderen Universitäten zu erhalten, konkret betreffe das etwa die Musikwissenschaft in einer Kooperation zwischen Innsbruck und Salzburg. "Da gibt es Gespräche über eine Zusammenarbeit. Das ist aber bei weitem nicht bei allen Studiengängen möglich", verdeutlichte Weihs. Man versuche auch Sponsoren zu gewinnen - doch das sei im Gegensatz zu den USA kulturell nicht verankert in Österreich und daher schwierig. Studiengebühren stünden derzeit nicht zur Debatte und könnten ohnedies kein Budget-Loch stopfen, darüber könnte außerdem ohnehin nur die Bundesregierung entscheiden. Einen Sparkurs fahre man schon seit einiger Zeit - so rücken räumlich gesehen Studiengänge "näher zusammen", um bei der Miete von externen Gebäuden zu sparen.
Proteste am Donnerstag
Das am Samstag von der Regierung präsentierte nächste Drei-Jahres-Budget liegt - wie in der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode - bei rund 16 Mrd. Euro. Aus Sicht der Unis wären allein zur Inflationsabgeltung 18 Mrd. notwendig gewesen. Für den Donnerstag haben die Studierendenvertreter der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) zu einer weiteren Großdemo in Wien aufgerufen, auch Vertreter der Universität Innsbruck werden vor Ort sein.