Wem gehört der Platz auf Wiens Straßen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des urbanize!-Festivals, das von 13. bis 18. Oktober unter dem Motto "Reclaim the Streets" stattfindet. Bei insgesamt 44 Veranstaltungen dreht sich alles darum, wie der öffentliche Raum künftig genutzt werden könnte und warum dabei das Auto eine zentrale Rolle spielt.
Denn Platz ist in einer wachsenden Stadt Mangelware. Allein die rund 480.000 öffentlichen Parkplätze in Wien beanspruchen laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine Fläche, die etwa so groß ist wie die Bezirke Neubau, Josefstadt und Innere Stadt zusammen. Gleichzeitig besitzt laut Festivalveranstalter weniger als ein Drittel der Wiener Bevölkerung überhaupt ein eigenes Auto.
Mehr Platz für Menschen statt Autos
Genau hier setzt die 17. Ausgabe des Festivals an. Wie können Straßen grüner werden, wie lässt sich die sommerliche Hitze reduzieren und wie können Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen? Auch die Bedeutung von Straßen als Orte der Begegnung und des politischen Protests wird beleuchtet. Trotz zahlreicher Verbesserungen in der Stadtplanung gebe es weiterhin ein grundlegendes Problem. "Doch noch immer dient die Straße überwiegend dem Auto", betont der Veranstalter dérive, Verein für Stadtforschung.
Das Festival will deshalb zeigen, welche Alternativen es zur bisherigen Verkehrsplanung gibt. Dabei geht es auch um die Frage, wie öffentliche Flächen gerechter verteilt werden können, ohne die unterschiedlichen Bedürfnisse der Stadtbewohner aus den Augen zu verlieren.
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Von Supergrätzl bis Pfeifworkshop
Statt sich auf einen Veranstaltungsort zu beschränken, zieht urbanize! quer durch Wien. Der Auftakt findet am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Kirchenschiff der Caritas statt. Weitere Schauplätze sind das Wien Museum, das WUK, das Architekturzentrum Wien, die Universität für angewandte Kunst und die Tankstelle Johanna-Garage.
Auf dem Programm stehen Vorträge, Diskussionen, Workshops, Filme, Ausstellungen und gemeinsame Stadtspaziergänge. Das Angebot reicht von der Besichtigung eines "Supergrätzls" bis zu einem Pfeifworkshop für "Stadtrevoluzzer". Wissenschaftler, Stadtplaner, Künstler, Aktivisten und Politiker beschäftigen sich dabei mit der Zukunft des öffentlichen Raums.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Wer nicht persönlich teilnehmen kann, hat bei ausgewählten Programmpunkten auch die Möglichkeit, per Livestream dabei zu sein.