Neue Regelungen

Urlaub in Italien 2026: Diese Änderungen erwarten Urlauber

© Getty Images
Italien verschärft vielerorts die Regeln für Urlauber. Von Eintrittsgebühren über Reservierungspflichten an Stränden bis hin zu Verboten für Badekleidung in Innenstädten: Wer heuer nach Bella Italia reist, sollte diese Änderungen kennen.
Zur Vollversion des Artikels

Italien zählt seit Jahren zu den absoluten Lieblingsreisezielen der Österreicher:innen. Ob Gardasee, Toskana, Sardinien oder die Adria, kaum ein Land zieht im Sommer so viele Urlauber:innen an. Doch der Massentourismus macht vielen Regionen zunehmend zu schaffen. Überfüllte Strände, verstopfte Innenstädte und Naturgebiete am Limit sorgen dafür, dass immer mehr Gemeinden durchgreifen. Die Folge: Neue Regeln, Reservierungspflichten und teilweise empfindliche Strafen. Damit Sie im Urlaub keine bösen Überraschungen erleben, haben wir die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Gardasee & Co.: Einschränkungen an beliebten Seen

© Getty Images

Nicht nur die großen Städte kämpfen mit Besucherströmen. Auch die beliebten Seen Norditaliens geraten zunehmend unter Druck. Am Tennosee nördlich des Gardasees wird der Verkehr in den Sommermonaten eingeschränkt. Tourist:innen dürfen dort teilweise nicht mehr mit privaten Fahrzeugen anreisen. Ähnlich sieht es am berühmten Pragser Wildsee in Südtirol aus. Wer mit dem Auto kommen möchte, benötigt in vielen Zeiträumen vorab eine Parkplatzreservierung. Ohne Reservierung bleibt oft nur die Anreise mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß.

Sardinien: Eintritt, Reservierungen und strenge Strandregeln

© Getty Images

Besonders streng geht Sardinien gegen die Folgen des Massentourismus vor. Am berühmten Strand La Pelosa dürfen täglich nur noch 1.500 Personen an den Strand. Zusätzlich wird in den Sommermonaten ein Eintritt von 3,50 Euro fällig.

Vor Ort gelten weitere Regeln:

  • Rauchen ist verboten
  • Shampoo und Duschgel dürfen nicht verwendet werden
  • Steine oder Muscheln dürfen nicht mitgenommen werden
  • Sand soll vor dem Verlassen des Strandes abgespült werden

Für einige besonders beliebte Buchten müssen Sonnenplätze mittlerweile sogar über die App "Cuore di Sardegna" reserviert werden.

Portofino: Kein Picknick und keine Badekleidung in der Altstadt

© Getty Images

Der malerische Küstenort Portofino geht ebenfalls konsequent gegen Touristenmassen vor. Wer sich auf besonders stark frequentierten Plätzen oder in engen Gassen länger aufhält und Menschenansammlungen verursacht, riskiert Strafen. Zudem sind Spaziergänge in Badekleidung, barfuß oder mit freiem Oberkörper untersagt. Auch Picknicks auf öffentlichen Plätzen, Treppen oder Bänken sind nicht erlaubt.

E-Scooter: Neue Vorschriften für Urlauber

Wer seinen eigenen E-Scooter mit nach Italien nehmen möchte, sollte sich vorab informieren. Private E-Scooter müssen registriert sein und ein personengebundenes Kennzeichen tragen. Zusätzlich ist eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Auch Helme werden dringend empfohlen beziehungsweise sind vielerorts vorgeschrieben. Wer die Regeln missachtet, muss mit Bußgeldern rechnen. Im schlimmsten Fall kann das Fahrzeug sogar beschlagnahmt werden.

Florenz: Pizza auf der Straße kann teuer werden

© Getty Images

Florenz geht ebenfalls neue Wege, um den Besucherandrang zu kontrollieren. In Teilen der Altstadt sind große Sommerterrassen künftig nicht mehr erlaubt. Außerdem gelten in einigen Straßen und auf beliebten Plätzen zeitweise Essverbote. Wer etwa rund um die Uffizien oder nahe des Palazzo Vecchio zwischen Mittag und Nachmittag beziehungsweise am Abend im Freien isst, riskiert Strafen zwischen 150 und 500 Euro.

Cinque Terre: Reservierungspflicht auf beliebten Wanderwegen

© Getty Images

Die berühmte Küstenregion Cinque Terre verschärft ebenfalls ihre Regeln. Für den bekannten Wanderweg Via dell'Amore gilt künftig ein kontrollierter Zugang. Besucher:innen müssen vorab reservieren, zudem gibt es feste Zeitfenster und eine begrenzte Anzahl an Personen pro Stunde. Auch beim Schuhwerk versteht man dort keinen Spaß. Flip-Flops? Lieber nicht. Wer die Wanderwege der Cinque Terre erkunden möchte, sollte die Badelatschen im Hotel lassen. Auf den Wegen sind geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle vorgeschrieben.

Venedig: Tagesgäste müssen zahlen

© Getty Images

Venedig setzt weiterhin auf seine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher:innen. Wer die Altstadt an bestimmten Tagen besucht, muss vorab online ein Ticket buchen. Die Gebühr wurde mittlerweile auf 10 Euro erhöht und gilt an insgesamt 54 Tagen zwischen Mitte April und Ende Juli. Wer ohne gültige Registrierung kontrolliert wird, riskiert Strafen von bis zu 300 Euro.

Lignano und andere Badeorte: Badekleidung nur am Strand

© Getty Images

Auch in beliebten Badeorten wird verstärkt kontrolliert. In Lignano ist es verboten, in Bikini, Badehose oder mit freiem Oberkörper durch die Stadt zu spazieren. Ähnliche Vorschriften gelten mittlerweile auch in mehreren anderen Küstenorten. Die Botschaft vieler Gemeinden ist klar: Badekleidung gehört an den Strand, nicht in die Innenstadt.

Die neuen Regeln mögen auf den ersten Blick streng wirken. Für viele Gemeinden sind sie jedoch ein Versuch, Natur, Infrastruktur und Lebensqualität vor den Folgen des Massentourismus zu schützen.