Gastro-Fragen

Trinkgeld: Regeln in Italien, Spanien, Griechenland & Kroatien

„Stimmt so“ sagen und fertig? So einfach ist es im Urlaub nicht immer. Von Italien über Griechenland bis Kroatien gelten beim Trinkgeld unterschiedliche Regeln und die sollte man kennen. 

Die große Urlaubssaison startet und mit ihr eine Frage, die jedes Jahr aufs Neue für Verwirrung sorgt: Wie viel Trinkgeld gibt man eigentlich im Ausland? Denn andere Länder, andere Sitten. Während Trinkgeld in manchen Ländern als selbstverständliches Zeichen der Wertschätzung gilt, ist es anderswo deutlich weniger verbreitet. Wer die lokalen Gepflogenheiten kennt, vermeidet nicht nur unangenehme Situationen, sondern zeigt auch Respekt gegenüber dem Servicepersonal. Damit Sie im Urlaub nicht ins Fettnäpfchen treten, haben wir die wichtigsten Trinkgeld-Regeln für beliebte Reiseländer zusammengefasst. 

Italien: Vorsicht bei „Coperto“ und „Servizio“

Trinkgeld: Regeln in Italien, Spanien, Griechenland & Kroatien
© Getty Images

Wer in Italien die Rechnung genauer betrachtet, entdeckt häufig die Begriffe „Coperto“ oder „Servizio“. Das „Coperto“ ist eine Pauschale für Gedeck und Brot, während „Servizio“ einer Servicegebühr entspricht. Wichtig: Diese Kosten sind kein Trinkgeld und landen normalerweise nicht direkt beim Servicepersonal, sondern beim Restaurantbetrieb. Sind diese Posten bereits auf der Rechnung ausgewiesen, reicht meist ein kleines Trinkgeld von ein bis zwei Euro. Fehlen sie hingegen, gelten fünf bis zehn Prozent als gute Orientierung. Ein weiterer Tipp: In Italien wird Trinkgeld nach wie vor am liebsten bar gegeben. 

Spanien: Kein Muss, aber gerne gesehen

Trinkgeld: Regeln in Italien, Spanien, Griechenland & Kroatien
© Getty Images

Beim Thema Trinkgeld herrscht in Spanien oft Unsicherheit. Nach der Finanzkrise hat sich die Trinkgeldkultur spürbar verändert und viele Einheimische geben heute deutlich weniger Trinkgeld als früher. Das bedeutet: Ein Trinkgeld ist nicht verpflichtend. Wer mit dem Service zufrieden war, kann jedoch fünf bis maximal zehn Prozent geben. Eine Besonderheit gibt es beim Bezahlen: Die in Österreich übliche Formulierung „Stimmt so“ funktioniert in Spanien oft nicht. Stattdessen wird die Rechnung meist auf einem kleinen Teller serviert. Nachdem Sie bezahlt haben, bringt die Servicekraft das Rückgeld zurück. Erst danach lässt man den gewünschten Betrag als Trinkgeld auf dem Teller liegen. 

Griechenland: Trinkgeld gehört zum guten Ton

Trinkgeld: Regeln in Italien, Spanien, Griechenland & Kroatien
© Getty Images

In Griechenland wird Trinkgeld deutlich selbstverständlicher gesehen. Da viele Beschäftigte im Gastgewerbe vergleichsweise niedrige Grundlöhne erhalten, gehört ein zusätzliches Dankeschön für guten Service oft dazu. Zehn Prozent des Rechnungsbetrags gelten als üblich. Wer besonders zufrieden war, kann auch etwa 15 Prozent geben. Das Trinkgeld wird dabei meist diskret auf dem Tisch zurückgelassen und nicht direkt überreicht. 

Kroatien: Aufrunden reicht oft schon

Trinkgeld: Regeln in Italien, Spanien, Griechenland & Kroatien
© Getty Images

Auch in Kroatien freut man sich über ein kleines Trinkgeld, allerdings ist die Kultur dort etwas entspannter als beispielsweise in Griechenland. Bei kleineren Rechnungen genügt es oft, den Betrag aufzurunden. In Restaurants oder bei größeren Rechnungen gelten etwa zehn Prozent als angemessen. Besonders geschätzt wird dabei Bargeld. 

Warum es sich lohnt, die Regeln zu kennen

Beim Trinkgeld geht es letztlich nicht nur um Geld, sondern auch um kulturelle Gepflogenheiten. Was in einem Land völlig normal ist, kann anderswo ungewöhnlich wirken. Wer sich vor der Reise kurz informiert, spart sich Unsicherheiten und zeigt gleichzeitig Wertschätzung für die Menschen, die den Urlaub oft erst richtig angenehm machen.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten