Geheimnis gelüftet

Gewusst? Darum sind die Servietten im Eissalon so furchtbar dünn

Wir alle kennen es: Die Sonne brennt, das Eis schmilzt im Rekordtempo und die hauchdünne Serviette aus dem Eissalon schmiert die klebrige Masse nur noch weiter ins Gesicht, statt sie aufzusaugen. Eine Fehlkonstruktion? Falsch gedacht! Wir verraten, welches Geheimnis hinter dem Papier steckt. 

Ein Besuch im Lieblingseissalon ist an heißen Tagen ein absolutes Muss. Doch kaum hat man das Geschäft verlassen, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit: Das Eis schmilzt. Der erste Tropfen bahnt sich seinen Weg Richtung Handgelenk, man greift panisch zu der kleinen, weißen Serviette, die einem gereicht wurde und ärgert sich.

Sie ist hauchdünn, fühlt sich fast an wie Back- oder Schmirgelpapier und nimmt absolut keine Flüssigkeit auf. Zum Abwischen des Mundes oder der Kleidung ist sie völlig ungeeignet. Doch wer sich darüber aufregt, tut der kleinen Serviette unrecht. Denn: Dafür ist sie auch gar nicht gedacht!

Es ist gar keine echte Serviette

Wer glaubt, die Papierschnipsel seien für die Mundhygiene da, liegt komplett daneben. In der Fachsprache der Gastronomie nennt man diese dünnen Blättchen nämlich nicht Servietten, sondern „Klapperdeckchen“.

Gewusst? Darum sind die Servietten im Eissalon so furchtbar dünn
© Getty Images

Ihre ursprüngliche Hauptaufgabe? Akustik-Dämmung. Wenn Sie einen Eisbecher an den Tisch bestellen, liegt dieses Papier unter dem Glas auf dem Tablett oder der Untertasse. Es fungiert als Stoßdämpfer und verhindert, dass das Geschirr beim Servieren nervig klappert oder verrutscht.

Der Hygiene-Trick für die Eiswaffel

Aber auch wenn Sie ein Eis „auf die Hand“ nehmen, hat das Papier eine geniale Funktion und zwar als Schutzschild. Das Personal im Eissalon nutzt das Tuch, um die Waffel hygienisch zu greifen, ohne sie mit bloßen Händen berühren zu müssen. Für Sie als Kunden gilt dasselbe: Lassen Sie die Serviette um die Waffel gewickelt, dient sie als schützende Barriere zwischen Ihren Fingern und dem unweigerlich heruntertropfenden Eis.

Darum saugt das Papier nichts auf

Gewusst? Darum sind die Servietten im Eissalon so furchtbar dünn
© Getty Images

Bleibt die größte Frage: Warum dieses seltsame Material? Wäre eine weiche, saugfähige Papierserviette nicht viel logischer? Die überraschende Antwort lautet: Nein, das wäre eine absolute Katastrophe.
Würde man Ihnen eine dicke, flauschige Serviette um die Eiswaffel wickeln, würde sich diese sofort mit dem schmelzenden Eis vollsaugen. Das Resultat? Eine durchgeweichte, klebrige Papierschicht, die sich unzertrennlich mit Ihrer Waffel verbindet (und wer isst schon gerne Papier?).

Die harte, raue Textur der Eissalon-Serviette verhindert genau das. Das Material ist absichtlich so konzipiert, dass die Flüssigkeit nicht einzieht. So bleibt das Papier formstabil, reißt nicht und schützt Ihre Hände vor der Sauerei, ohne an der Waffel festzukleben.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten