Die Beziehung zwischen Donald Trump und den weiblichen Wählern galt schon immer als kompliziert. Dennoch sicherte sich der US-Präsident noch 2024 seinen Erfolg gegen eine weibliche Kontrahentin auch dank zahlreicher Frauenstimmen. Unmittelbar vor der richtungsweisenden Zwischenwahl am Dienstag hat sich das Blatt gewendet: Die weibliche Wählerschaft kehrt dem Republikaner scharenweise den Rücken zu. Jede vierte Frau, die 2024 für Trump stimmte, zeigt sich mittlerweile unzufrieden mit seiner Politik.
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Historischer Vorsprung für Opposition
Laut einem Bericht des "Telegraph" rechnet die ehemalige republikanische Kommunikationsdirektorin Tara Setmayer (51) damit, dass die Demokraten bei Frauen das stärkste Ergebnis seit einer Generation einfahren könnten. Eine Reuters/Ipsos-Erhebung vom 19. Oktober untermauert diese Einschätzung: Die Demokraten liegen bei den Wählerinnen derzeit 18 Prozentpunkte vor den Republikanern – im Vergleich zu einem Vorsprung von lediglich acht Prozentpunkten bei der Präsidentschaftswahl 2024.
Kongress-Mehrheiten massiv gefährdet
Ein vergleichbar großer Abstand wurde zuletzt während Trumps erster Amtsperiode im Jahr 2018 verzeichnet, als die Demokraten bei den Midterms die Mehrheit im Repräsentantenhaus eroberten. Diesmal drohen den Republikanern noch deutlichere Verluste in beiden Kammern des Kongresses. Laut Daten des Wettanbieters Polymarket beträgt die Gewinnchance der Republikaner für den Senat nur noch 29 Prozent, während sie im Repräsentantenhaus auf magere sechs Prozent gesunken ist.
Unbeliebte Zölle und Bau-Projekte
Hauptgrund für den Einbruch ist die Ablehnung zentraler Regierungsvorhaben durch die Wählerinnen. Untersuchungen von Bellwether Research zeigen, dass fast zwei Drittel der US-Frauen Trumps Zollpolitik ablehnen, während das geplante Bauprojekt für einen riesigen Ballsaal im Ostflügel des Weißen Hauses sogar bei 68 Prozent durchfällt. Selbst in traditionell republikanischen Kerngruppen schwindet der Rückhalt: Bei weißen Frauen liegen die Demokraten aktuell mit 47 zu 39 Prozent vorne, während bei verheirateten Frauen Gleichstand herrscht – zwei Gruppen, die 2024 noch mit jeweils mehr als zehn Punkten Vorsprung an die Republikaner gingen.