Die nächste Preiserhöhung bei den Wiener Linien zeichnet sich bereits ab. Erst mit Jahresbeginn stieg der Preis der Jahreskarte kräftig von 365 auf 467 Euro. Ab 2027 sollen die Tarife jährlich an die Inflation angepasst werden. Bei einer Teuerung von 3,5 Prozent würde die Jahreskarte rund 483 Euro kosten. Wie hoch die Anpassung tatsächlich ausfällt, ist noch offen.
Auch Einzelfahrscheine und Monatskarten sollen teurer werden. Eine jährliche Valorisierung gab es bei den Wiener Linien bisher nicht. Die Jahreskarte kostete von 2012 bis Ende 2025 unverändert 365 Euro, andere Tarife wurden in diesem Zeitraum punktuell angepasst. Gleichzeitig steigen ab Jänner auch die Gebühren für Wasser, Kanal und Müll. Für Haushalte summieren sich damit mehrere höhere Fixkosten.
VCÖ sieht falschen Kurs bei Öffi-Preisen
Kritik an der geplanten Öffi-Verteuerung kommt nun von der Mobilitätsorganisation VCÖ. Aus Sicht des VCÖ sind höhere Fahrpreise kontraproduktiv, wenn die Stadt gleichzeitig den Anteil des Autoverkehrs senken und mehr Fahrten in die Öffis verlagern will.
"Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr zu motivieren. Aber schon allein die Diskussion über höhere Ticketpreise ist dafür kontraproduktiv", erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Ein stärkerer Umstieg sei auch notwendig, damit die Stadt ihre Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele erreichen könne.
Dass höhere Energiepreise auch die Verkehrsunternehmen treffen, stellt der VCÖ nicht infrage. Vor allem die gestiegenen Dieselpreise würden zusätzliche Kosten verursachen. Mehr Einnahmen sollten nach Ansicht der Organisation aber nicht auf Kosten der Fahrgäste erzielt werden.
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Niedrigere Steuer soll Ticketpreise drücken
Der VCÖ fordert deshalb, die Mehrwertsteuer auf Öffi-Fahrkarten von derzeit 10 auf 4,9 Prozent zu senken. Dieser reduzierte Satz gilt seit Juli für ausgewählte Lebensmittel. Nach Berechnungen des VCÖ würde die Jahreskarte bei einer Inflationsanpassung von 3,5 Prozent und dem niedrigeren Steuersatz 423 Euro kosten. Damit wäre sie sogar günstiger als heute. "Öffi-Fahrgäste leisten einen sehr großen Beitrag dazu, dass es weniger Staus und Parkplatzprobleme, weniger Abgasbelastung und damit eine bessere Luftqualität in der Stadt gibt", betont Schenk.
Weniger Autofahrten würden außerdem den Verbrauch von Benzin und Diesel reduzieren, was angesichts der angespannten Treibstoffsituation zusätzlich ins Gewicht falle. Zusätzlich appelliert der VCÖ an Unternehmen, ihren Beschäftigten häufiger steuerbegünstigte Öffi-Jobtickets anzubieten. Zahlreiche Betriebe würden diese Möglichkeit bereits nutzen, nach Einschätzung der Mobilitätsorganisation gebe es dabei aber noch deutlich Luft nach oben.