Iran-Deal
Vermasseln die Mullahs Trumps Geburtstag?
Im zähen Ringen zwischen den USA und dem Iran um ein Kriegsende scheint ein Durchbruch bevorzustehen. Beide Seiten sowie der Vermittler Pakistan sprechen von der zeitnahen Unterzeichnung eines Abkommens.
Laut Trump soll die Vereinbarung unbedingt am Sonntag finalisiert werden – der US-Präsident feiert seinen 80. Geburtstag. Die Mullahs könnten dies aber bewusst verhindern.
Iran bremst
Die Führung in Teheran hat sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars noch nicht festgelegt, ob sie dem Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs mit den USA zustimmt. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, zitiert Fars einen Insider. Die Prüfung der politischen, rechtlichen und technischen Aspekte laufe auf Experten- und Entscheidungsebene weiter. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei hatte am Samstag erklärt, die Unterzeichnung könnte in den kommenden Tagen stattfinden.
Am Sonntag flogen einem Insider zufolge katarische Unterhändler nach Teheran. Die Reise stehe im Zusammenhang mit den Bemühungen um den Abschluss eines Abkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Das sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Auch interessant
Unterzeichnung könnte virtuell stattfinden
Zuletzt hatten sich die Anzeichen für eine mögliche baldige Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran verdichtet. Dieses soll Ausgangspunkt sein für vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran. Neben der Öffnung der Straße von Hormuz soll das Rahmenabkommen Berichten zufolge die - fragile und mehrfach gebrochene - Waffenruhe um 60 Tage verlängern und Startpunkt für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sein.
Trump machte bei seinem Post auf der Plattform Truth Social keine Angaben dazu, wo, wie oder von wem die Vereinbarung unterzeichnet werden soll. Zwischenzeitlich war von einer Zeremonie in Genf die Rede gewesen. Von iranischer Seite hieß es am Samstag lediglich, in den nächsten ein bis zwei Tagen seien keine Reisen iranischer Vertreter nach Genf oder in die pakistanische Hauptstadt Islamabad geplant. Weniger als eine Autostunde von Genf entfernt findet nächste Woche der G7-Gipfel im französischen Ort Évian-les-Bains statt.
Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete, US-Beamte und Quellen in den Vermittlerstaaten hätten bestätigt, dass die Unterzeichnung virtuell stattfinden solle. Das soll demnach vor allem logistische Gründe haben: Vizepräsident JD Vance, der die US-Delegation anführt, hätte es sonst nicht geschafft, rechtzeitig in die USA zurückzukehren, bevor Trump am Montagmorgen zum G7-Gipfel nach Frankreich aufbricht. Aus Sicherheitsgründen wird in den USA meist vermieden, dass der Präsident und sein Stellvertreter gleichzeitig im Ausland sind.