Obwohl die beiden über zwei Jahrzehnte eines der erfolgreichsten Teams der Formel-1-Geschichte führten, zeichnet Horner laut der britischen "Times" ein düsteres Bild des Grazers: Er beschreibt ihn als schroff, sprunghaft, kalt und illoyal. Zudem wirft er dem Juristen fehlende Empathie, Indiskretionen sowie die Bevorzugung einzelner Fahrer vor.
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Differenzen bei Verstappen und dem Nachwuchs
Auch sportlich gab es Reibungspunkte. Vor der Verpflichtung von Max Verstappen war Marko wegen dessen Vater Jos skeptisch und urteilte laut Horner: "Der Vater ist ein Albtraum. Den brauchen wir nicht." Später wurde der Österreicher jedoch zum wichtigsten Förderer des Niederländers. Markos notorisch harte Gangart im Nachwuchsbereich lehnt Horner ab: "So hätte ich die Dinge nicht geregelt" und: "Ich hatte das Gefühl, dass ich ständig seinen Mist aufräumen musste." Dennoch gesteht der Brite ein, dass Markos harte Schule zwei Weltmeister und etliche Rennsieger hervorbrachte.
Machtkampf und bitterer Abschied
Horner, der den Rennstall von 2005 bis 2025 leitete, bildete einst mit Marko und dem verstorbenen Gründer Dietrich Mateschitz die Führungsspitze. Nach Mateschitz’ Tod entbrannte ein Machtkampf, der – in Kombination mit Vorwürfen gegen Horner wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin (Horner hat die Vorwürfe bestritten, eine unabhängige Untersuchung hat ihn entlastet.) und der sportlichen Talfahrt – zu seinem Rauswurf führte.
Besonders tief sitzt bei Horner die Enttäuschung über die Art der Trennung: Marko habe nur wenige Tage vor der Entlassung noch bei ihm übernachtet und Zeit mit seiner Familie verbracht, das anstehende Aus aber mit keinem Wort erwähnt. Trotz der schweren Vorwürfe vergisst Horner nicht, dass der Österreicher ihm einst die Chance bei Red Bull ermöglichte.
Seine eigene Zukunft sieht der Brite womöglich in Italien: Zuletzt brachte er sich in einem Interview bei Ferrari ins Gespräch, wo Präsident John Elkann als sein Sympathisant gilt.