Sorge vor Ausbruch

Vertuschung vermutet: Bericht über zweiten Pest-Fall

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Nach Medienberichten über einen zweiten mutmaßlichen Pest-Fall in Russland zeigt sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besorgt und fordert von den Behörden eine lückenlose Aufklärung.
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Die Organisation bat Russland offiziell um Informationen zu einem verdächtigen Todesfall in einem Bezirkskrankenhaus in Irkutsk. Laut WHO-Experte Abdirahman Mahamud stufte man entsprechende Berichte – unter anderem der britischen "Daily Mail", die dem Kreml Vertuschung und Löschung von Medienberichten vorwarf – als glaubhaft ein.

WHO fordert genaue Daten

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus fordert zudem genaue Daten zu einem zweiten Fall mit Lungenentzündung unbekannter Ursache sowie Details zum ersten Fall: dem Tod einer Wissenschaftlerin am Irkutsker Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten. Während Medien von möglicher Lungenpest sprachen, wies Russland dies zurück und gab als Ursache eine Lungenentzündung ohne Laborunfall an. Laut WHO-Chef Ghebreyesus fehle noch ein vollständiger Überblick für eine umfassende Risikobewertung.

Ein Krankenwagen fährt am 7. Oktober 2026 an einem Krankenhausgebäude in der Stadt Schelechow in der Region Irkutsk vorbei. © APA/AFP/TATYANA MAKEYEVA

Unklarheit über die Ursache

Laut WHO-Spezialistin Maria van Kerkhove forderte die Behörde Testergebnisse der Verstorbenen und von rund 200 Kontaktpersonen an, ebenso wie Angaben zu den Sicherheitsvorkehrungen, dem Arbeitsmaterial und dem Impfstatus der Wissenschaftlerin.

Kerkhoves Angaben zufolge wurden zwischen 2019 und 2025 der WHO weltweit knapp 4.000 Pestfälle aus zehn Ländern mit 423 Todesfällen gemeldet.

Die russische Seuchenschutzbehörde Rospotrebnadsor teilte unterdessen mit, dass Reihenuntersuchungen von Kontaktpersonen fast abgeschlossen seien. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass wurden bereits 90 Prozent der Beobachteten ohne Befund getestet.