Abgelaufene Medikamente, gefährliche Hygienemängel und ein Mann, der seit mehr als zehn Jahren nicht mehr als Arzt arbeiten darf: Bei einer Schwerpunktkontrolle der Gruppe Sofortmaßnahmen in einer Arztpraxis in Wien-Favoriten stießen die Behörden auf erschreckende Zustände. Die Ordination wurde umgehend dichtgemacht.
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Bei der Kontrolle erhärtete sich die Vermutung, dass der "behandelnde Arzt" trotz fehlender Berufsberechtigung weiterhin Patienten behandelt haben soll. Das Angebot vor Ort war breit: Es reichte von Botox-Spritzen bis hin zu Beschneidungen. Brisant ist auch der Verdacht, dass der Mann den Arztstempel eines anderen Mediziners missbräuchlich verwendet haben soll. Zusätzlich wurden ein Fall von Schwarzarbeit sowie ein mutmaßlich unrechtmäßiger Bezug von Wiener Mindestsicherung festgestellt.
Drastische Folgen
Das Magistrat erstattete in der Folge mehrere Anzeigen nach dem Ärztegesetz, die Polizei zeigte den Verdacht auf schweren Betrug an. Wegen der Vielzahl und Schwere der festgestellten Missstände wurde die gesamte Ordination behördlich versiegelt, die Türschlösser ausgetauscht.
"Ärztinnen und Ärzte leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie genießen das Vertrauen der Menschen, weil es um das Wertvollste geht, das wir haben: unsere Gesundheit. Wenn Menschen medizinische Hilfe suchen, müssen sie sich darauf verlassen können, in sicheren Händen zu sein. Dieses Vertrauen ist das Fundament unseres Gesundheitssystems und darf niemals missbraucht werden", betont Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien.