Zoff am Himmel
Warum Flugtaxis auf sich warten lassen
"Robotaxis" für die Luft sollen künftig als autonomer Personentransport Milliarden einbringen. Die Idee hinter den sogenannten "eVTOLs" (elektrische Senkrechtstarter) klingt extrem verlockend: Statt im Stau zu stehen, fliegt man einfach per Luftlinie ans Ziel. Obwohl schon seit fast einem Jahrzehnt getestet wird, warten Passagiere noch immer auf den großen Start.
Harte Klagen hinter Kulissen
Ein Hauptgrund für die Verzögerungen sind heftige rechtliche Turbulenzen. Nach außen hin geben sich die Entwickler optimistisch, doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Die großen US-Konkurrenten Archer und Joby stehen sich mit schweren Vorwürfen vor Gericht gegenüber. Joby wirft seinem Rivalen Industriespionage vor, während Archer wiederum behauptet, Joby würde der Regierung Abhängigkeiten von China verschweigen. Zudem gibt es Design-Streitigkeiten mit britischen Herstellern. Diese rechtlichen Grabenkämpfe verunsichern die Geldgeber massiv. Laut Branchenanalysen von McKinsey sinken die weltweiten Investments drastisch, da Investoren ihr Geld mittlerweile eher in Fracht- und Überwachungsdrohnen stecken.
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Teure Entwicklung bringt Pleiten
Dazu kommt das finanzielle Risiko: Die Entwicklung eines Flugtaxis bis zur Marktreife verschlingt laut Experten ein bis zwei Milliarden Dollar – die Massenproduktion noch gar nicht eingerechnet. Das bricht vielen Firmen das Genick. Das deutsche Start-up Lilium musste Ende 2024 Insolvenz anmelden, weil staatliche Kredite ausblieben. Auch der Pionier Volocopter rutschte in die Pleite, wurde jedoch durch die Diamond Aircraft Group Austria gerettet, wodurch die Kontrolle nun bei einem chinesischen Mutterkonzern liegt.
Start in Österreich verzögert
Trotz der weltweiten Krise gibt es konkrete Pläne. Der österreichische Hersteller FlyNow Aviation, der bereits am Flughafen Salzburg testete, baut derzeit mit Partnern eine Testumgebung in Saudi-Arabien auf. In Österreich selbst peilt man kommerzielle Lastenflüge für Ende 2027 an, während Passagiere erst ab 2029 abheben sollen. Die Fluggeräte sollen hierzulande allerdings nicht autonom fliegen, sondern fix einprogrammierte Routen nutzen.
Der Hersteller sieht vor allem Märkte in Asien und im arabischen Raum als Vorreiter, während in Europa bürokratische Trägheit die Innovationen bremst.