Der FC Bayern hatte im Estadio Metropolitano bereits ordentlich Final-Luft geschnuppert. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Lennart Karl die Münchner in der 54. Minute in Führung. In der 74. Minute legte Laimer nach: Harry Kane spielte einen präzisen Pass auf den Salzburger. Der nahm den Ball mit, schaute noch einmal auf und zog ab. Sein Schuss schlug unter der Latte ein, Atlético-Keeper Jan Oblak war ohne Chance. Ein Traumtor, das den Bayern den 2:0-Sieg sicherte!
Doch ausgerechnet dieser Treffer sorgte nach dem Schlusspfiff für einen frechen Spruch seiner Mitspieler. "Die Jungs haben gesagt: Warum hast du so lange mit dem Schuss gewartet?", erzählte Laimer nach dem Spiel. Tatsächlich hatte sich der Österreicher für seinen Abschluss ungewöhnlich viel Zeit genommen. Genau das war seinen Teamkollegen aufgefallen.
Auch interessant
Laimer wartet, schaut – und hämmert den Ball ins Tor
Der 29-Jährige erklärte anschließend, dass er sich diesmal bewusst nicht zu einer überhasteten Aktion hatte hinreißen lassen. Manchmal gehe bei ihm alles etwas zu schnell, was nicht immer die beste Entscheidung sei. Diesmal passte allerdings alles. Schon beim Abschluss habe Laimer gespürt, dass er den Ball perfekt erwischt hatte.
»Angefangen zu fliegen«
Nicht nur bei Bayern war Laimers Treffer Gesprächsthema. Auch Lothar Matthäus zeigte sich beeindruckt. Der deutsche Rekordnationalspieler lobte den Österreicher nach dem Champions-League-Erfolg bei Sky Sport Austria ausdrücklich: "Hat überragend gespielt." Doch Matthäus war längst nicht der Einzige, dem Laimers Leistung aufgefallen war. Die UEFA zeichnete den Salzburger offiziell als Man of the Match aus, auch die internationale Presse adelte den ÖFB-Allrounder. Die spanische Zeitung AS beschrieb ihn als Spieler, der "gelaufen ist, als würde er nie müde werden" und in der zweiten Hälfte sogar angefangen habe, "zu fliegen".
Zwei Spiele, zwei Tore – das gab es noch nie
Für Laimer läuft es derzeit auch vor dem gegnerischen Tor. Schon am Samstag hatte er beim 2:2 gegen Borussia Dortmund die Bayern-Führung erzielt. Vier Tage später legte er in Madrid nach. Zwei Pflichtspiele hintereinander mit einem eigenen Treffer – das war dem Österreicher in seiner bisherigen Profikarriere noch nie gelungen.
Dabei gehört der 29-Jährige bei Bayern normalerweise nicht zu jenen Spielern, die regelmäßig in der Torschützenliste stehen. Umso bemerkenswerter ist seine aktuelle Serie.
Laimer hat schon das nächste Ziel
Trotz seines persönlichen Erfolgslaufs wollte sich der ÖFB-Teamspieler nicht lange mit dem Traumtor beschäftigen. "Wir können auch noch ein paar mehr Tore schießen", sagte Laimer auf der offiziellen Bayern-Website.
Am Wochenende wartet in der Bundesliga Mainz. Nach dem verpassten Heimsieg gegen Dortmund und dem Erfolg in Madrid steht für die Münchner dort die nächste Aufgabe an.