Der heiße und trockene August hat in Österreich zu einem Einbruch der heimischen Stromerzeugung aus Wasserkraft und in der Folge zu viel höheren Stromimporten geführt. Wie die Regulierungsbehörde E-Control und der Übertragungsnetzbetreiber APG am Freitag mitteilten, stieg der Stromverbrauch im August um 2,7 Prozent auf 5,2 Terawattstunden (TWh).
Da die Wasserkrafterzeugung stark zurückging, musste die Lücke durch Importe geschlossen werden.
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Stromproduktion sank um mehr als 20%
Jahresvergleich. Die gesamte inländische Stromproduktion sank im August laut E-Control-Daten im Vorjahresvergleich um 20,3 Prozent auf 5,25 TWh. Besonders stark fielen die Einbußen bei der Wasserkraft aus:
- Die Erzeugung der Laufkraftwerke brach um 45,5 Prozent auf 1,43 TWh ein,
- jene der Speicherkraftwerke ging um 25,8 Prozent auf 1,06 TWh zurück.
- Demgegenüber verzeichnete die Photovoltaik ein Plus von 13,7 Prozent auf 1,39 TWh,
- während die Windkraft mit 0,55 TWh nur geringfügig zulegte (plus 1,7 Prozent).
- Die Erzeugung aus Wärmekraftwerken stieg um 6,4 Prozent auf 0,82 TWh.
Nach Angaben der APG sank die Erzeugung aus erneuerbaren Energien im August insgesamt um knapp 27 Prozent auf 3.120 Gigawattstunden (GWh), womit Erneuerbare nur rund 77 Prozent des Bedarfs im öffentlichen Netz decken konnten.
Verluste durch Abregelung bei Windkraft
Um den gestiegenen Verbrauch bei gesunkener Eigenerzeugung zu decken, verzeichnete Österreich einen kräftigen Zuwachs bei den Stromimporten. Laut E-Control kletterten die physikalischen Einfuhren im August um 69,5 Prozent auf 2,65 TWh, während die Exporte um 18,4 Prozent auf 1,75 TWh fielen. Daraus ergab sich ein Importsaldo von 0,9 TWh, nachdem im Vorjahresmonat noch ein Exportüberschuss von rund 0,6 TWh vorgelegen war. Die APG verwies darauf, dass der Nettostromimport von Jänner bis August 2026 mit 5.206 GWh bereits fast das Niveau des gesamten Jahres 2025 (5.360 GWh) erreichte. Zur Stabilisierung des Netzes seien in den ersten acht Monaten an 155 Tagen Redispatch-Maßnahmen erforderlich gewesen (Vorjahreszeitraum: 125 Tage). Im August seien durch die Abregelung erneuerbarer Anlagen - vor allem bei der Windkraft - 3.035 Megawattstunden (MWh) verloren gegangen.
Der Gasverbrauch lag im August nach Angaben der E-Control mit 3,02 TWh etwa auf dem Niveau des Vergleichsmonats des Vorjahres. Die inländische Gasproduktion inklusive biogener Einspeisungen stieg um 18,3 Prozent auf 0,56 TWh. Den heimischen Gasspeichern wurden im Berichtsmonat 0,54 TWh entnommen und 6,81 TWh zugeführt. Der Speicherstand sei Ende August bei 67,2 TWh und damit um 17,6 Prozent beziehungsweise 14,4 TWh unter dem Vorjahreswert gelegen. Bei den grenzüberschreitenden Gasflüssen gingen die Importe um 27,6 Prozent auf 13,1 TWh zurück, die Exporte sanken um 44,8 Prozent auf 4,2 TWh.
APG erhöht Netz-Investitionen
"Die eklatanten Rückgänge bei der erneuerbaren Produktion aus Wasserkraft konnten nur zu einem Bruchteil durch Photovoltaik und Windkraft kompensiert werden", sagte APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner. Um Schwankungen der Wasserkraft auszugleichen, sei neben dem Ausbau von PV und Wind auch eine kapazitätsstärkere Strominfrastruktur sowie der Ausbau von Pump- und Batteriespeichern erforderlich. Die APG beziffert ihre geplanten Investitionen in das Übertragungsnetz für das Jahr 2026 mit 680 Millionen Euro (2025: 595 Mio. Euro). Bis 2034 will der Netzbetreiber rund 9 Milliarden Euro in das Stromnetz investieren.