Gewalt-Exzesse

Wasserwerfer! Auch in Zürich eskalierte Demo

© IMAGO/Daniel Kubirski
Eine Demonstration in Zürich ist am Samstagabend eskaliert. Mitten im Ausgangsviertel zündeten mehrere hundert Demonstrierende aus dem linksextremen Umfeld Barrikaden an.
Zur Vollversion des Artikels

Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas. Einige zündeten Böller und Raketen. Mehrere Scheiben wurden eingeschlagen. Ein Auto wurde in Brand gesetzt, ein Streifenwagen beschädigt.

Mit Halloween-Masken und Musik fanden sich hunderte Leute gegen 22.30 Uhr an der Langstraße ein. Mit Containern, Leihrädern und -Rollern errichteten sie Barrikaden und zündeten diese an. Ein eigentlicher Grund für die unbewilligte Demo war nicht erkennbar. Transparente fehlten. Zu hören waren bekannte Parolen der linksextremen Szene wie "Siamo tutti Antifascisti" oder "Ganz Zürich hasst die Polizei". Im Vorfeld waren Aufrufe zu lesen, die Bezug auf die Proteste in Frankreich nahmen. Dabei wurde auch Solidarität mit den französischen "Casseurs" beschworen, also dem zerstörerischen Teil der Demonstrationen.

Eskalation am Helvetiaplatz

Am Helvetiaplatz kippte die Stimmung. Scheiben einer Haltestelle wurden beschädigt. Eine zweite Barrikade brannte. Von zwei Seiten fuhr die Polizei mit Wasserwerfern auf. Die Polizei drängte die Demonstrierenden zurück in die Langstraße. Bis etwa 1.30 Uhr zogen sich die Scharmützel weiter. Dabei versuchten Personen auch in ein Geschäft einzudringen.

© IMAGO/Daniel Kubirski

Die Demonstration hatte im Ausgangsviertel einen gewissen Happening-Charakter. Leute stellten sich vor Personen, die Pyros zündeten, um sich zu fotografieren, andere vor brennende Barrikaden. Die Zürcher Stadtpolizei meldete am Sonntag in der Früh, dass die Einsätze durch zahlreiche Beobachter und Gaffer erschwert worden seien. Die Einsatzkräfte seien immer wieder massiv mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen worden. Die Polizei setzte ihrerseits Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot gegen die Randalierenden ein.

Demonstration auch in Basel

Auch in Basel demonstrierten am Samstag rund 150 Personen. Unbekannte hatten zuvor in den sozialen Medien unter dem Motto "Gen Z klärt das" dazu aufgerufen. Auch hier errichteten Teilnehmende der Demo Barrikaden und setzten diese in Brand.

In Deutschland und Frankreich eskalierten zunächst friedliche Demos am Abend. In Paris geriet ein Polizist in Flammen. Mehr als 500 Menschen wurden dem französischen Innenministerium zufolge landesweit festgenommen. In der deutschen Stadt Frankfurt plünderten mehrere Personen Geschäfte. Mehr als 30 Personen wurden bis zum späten Abend in Frankfurt vorläufig festgenommen. In Wien kam es im Zuge von Demonstrationen zu fünf Festnahmen.