Richtige Balance

Wie viel Lüften ist zu viel?

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Frische Luft fürs Raumklima ist wichtig. Aber zu viel des Guten ist auch nicht gut - wann es zu viel wird und warum.
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In der Früh aufstehen und erst einmal die Fenster aufreißen und vor dem Schlafengehen noch schnell durchlüften: Diese Routinen gehören bei den meisten Menschen zum Tagesablauf. Gerne lassen wir auch dazwischen noch einmal frische Luft in die Wohnung.

Lüften ist wichtig für Körper, Geist und Raum

Wie wichtig das Lüften für das Raumklima und unser Wohlbefinden ist, ist unbestritten. Im Laufe eines Tages gibt ein Mehrpersonenhaushalt durchschnittlich bis zu zehn Liter Wasser an die Raumluft ab. Ohne regelmäßiges Lüften entsteht Schimmel. Das ruiniert nicht nur die Wände, sondern ist auch giftig. Auch andere Schadstoffe in der Luft verlassen beim Lüften das Haus.

Beim Atmen verbrauchen wir Sauerstoff und stoßen Kohlendioxid aus. Dadurch wird die Luft immer "stickiger". Das macht uns müde und unkonzentriert. Beim Lüften geht das CO₂ raus und Sauerstoff kommt rein - die stickige Luft wird wieder frisch. Auch Krankheitserreger und Allergene werden durch das Lüften reduziert. Und: Wir sparen sogar Heizkosten!

Wann wird es zu viel?

Ein zu viel an frischer Luft gibt es eigentlich nicht. Zumindest, solange man sich im Freien aufhält. Wenn es darum geht, ob man zu viel lüften kann, lautet die Antwort aber "ja". Denn wenn wir zu viel lüften, steigt der Energieverbrauch und die Heizkosten steigen. Außerdem nimmt paradoxerweise auch die Schimmelgefahr zu.

"Unnötig langes Lüften kann zum übermäßigen Auskühlen der Oberflächen und Materialien (Wand, Bodenbeläge, Möbel, etc.) führen. An kühlen Oberflächen kondensiert gerne Luftfeuchtigkeit. Dies bedeutet Schimmelgefahr, beispielsweise bei Zufuhr warmer Luft aus benachbarten Räumen, die ja viel Feuchtigkeit enthalten kann", erläutert Hans-Joachim Horn von der Energieberatung Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegenüber Utopia.

Eine besondere Gefahr sind gekippte Fenster, die viele Menschen oft stundenlang leicht geöffnet lassen.

So viel ist genug

Stundenlanges Lüften während der Herbst- und Wintermonate schadet dem Raumklima. Stoßlüften ist ideal - fünf bis zehn Minuten reichen vollkommen aus. Dann solltest du die Fenster wieder schließen. Wenn du die Möglichkeit hast, gegenüberliegende Fenster gleichzeitig zu öffnen, mach das unbedingt. Ist es draußen sehr kalt, reduziere die Zeit auf drei bis fünf Minuten, an milden Tagen kannst du die Fenster bis zu 15 Minuten offen lassen. Länger bitte nicht.

Zwei- bis viermal täglich reicht vollkommen aus. Auch da gilt: Zu häufiges Lüften ist nicht gut für das Raumklima und für deine Heizkosten! Während des Lüftens drehe die Heizung bitte ab, um keine unnötige Energie zu verbrauchen.