Bildungsförderbedarf
Wien im Sprach-Notstand
Spitzenreiter sind Kinder aus Syrien mit 35 Prozent Förderbedarf, gefolgt von ukrainischen Kindern mit 27 Prozent. Auch Rumänien (17), Türkei (16) und Afghanistan (15) liegen weit über dem Schnitt, so ein Factsheet des Integrationsfonds ÖIF.
In einzelnen Wiener Bezirken wie Favoriten sprechen bereits 74 Prozent der Schüler zu Hause nicht Deutsch – stadtweit liegt der Anteil bei fast 49 Prozent.
Zuletzt wurden 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft beim MIKA-D-Test als "außerordentliche Schüler" eingestuft. Unter Kindern und Jugendlichen aus Rumänien haben – von der ersten Klasse Volksschule bis zur Matura betrachtet – 17 Prozent Deutschförderbedarf, nur geringfügig niedriger ist der Anteil bei Schülern aus der Türkei (16) und Afghanistan (15).
Unter Kindern mit einem Pass aus dem Irak, Bosnien und Herzegowina und Serbien hat je ein Zehntel Deutschförderbedarf. In der Praxis sitzen vier von fünf "außerordentlichen Schülern" in einer Volksschule. Würde nur diese Gruppe berücksichtigt, fällt der Anteil an Schülern mit Deutschförderbedarf jeweils entsprechend höher aus.
49 Prozent in Wien mit nicht-deutscher Umgangssprache
Neben den Schülern mit Deutschförderbedarf gab es 2024/25 auch erneut einen leichten Rückgang beim Anteil an Schülern, die als erste im Alltag gebrauchte Sprache nicht Deutsch nennen (26 Prozent). Am weitesten verbreitete Erstsprachen waren dabei Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch, auch Rumänisch und Arabisch sind laut ÖIF – wenn auch in deutlich geringerem Umfang – in allen Schultypen deutlich vertreten.
In Wien ist der Anteil an Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache mit knapp 49 Prozent deutlich höher, in einzelnen Bez
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FPÖ und ÖVP schlagen Alarm
Kritik kommt umgehend von der Wiener FPÖ. Wiens Bildung sei durch massiven Migrationsdruck in Gefahr, so FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss. "Entscheidend ist, dass Kinder beim Schuleintritt ausreichend Deutsch beherrschen und Schulen ihren Bildungsauftrag erfüllen können", fordert Krauss. Er verlangt unter anderem Sanktionen für jene Eltern, deren Kinder diese Vorgaben nicht erfüllen.
Auch die Wiener ÖVP sieht Wiens Bildungs- und Integrationspolitik gescheitert. "Das ist ein bildungspolitischer Notstand, der nicht schöngeredet werden kann“, erklärte Bildungssprecher und Klubobmann Harald Zierfuß. Die Stadt müsse endlich bei der Deutschförderung im Kindergarten ansetzen. Jedes in Wien geborene Kind müsse bis zum Schuleintritt Deutsch können, so die ÖVP.