Die Konkurrenz sang, schupfte im Wechsel zwischen zwei Pfannen und brachte sogar einen Tennisball ins Spiel. Jing Chen griff zum Wok. Beim Finale der zweiten Palatschinkenschupf-Staatsmeisterschaft am Donnerstag, dem 15. Oktober, im Wiener Gusto Foodstudio wurde aus dem österreichischen Mehlspeisklassiker kurzerhand eine ziemlich spektakuläre Flugnummer. Mit Erfolg: Der Gastronom überzeugte die Jury und darf sich nun offiziell Palatschinkenschupf-Staatsmeister nennen.
Mit Physik und einem lockeren Handgelenk
Ganz fachfremd ist das Spiel mit Schwungkraft und Flugbahn für Chen zumindest auf dem Papier nicht: Der gebürtige Wiener ist studierter Physiker. Beruflich beschäftigt er sich mittlerweile allerdings lieber mit der asiatischen Küche. Er hat bereits sein sechstes Restaurant eröffnet und zeigt auch auf Instagram und TikTok, was sich kulinarisch alles aus dem Wok holen lässt.
Dass darin auch eine Palatschinke eine gute Figur macht, bewies er beim Wettbewerb von Fini’s Feinstes. Dabei war die ungewöhnliche Gerätewahl offenbar eine spontane Entscheidung: "Den Wok hatte ich einfach so dabei, aber als ich die Top-Performance der anderen Teilnehmer gesehen hab, musste ich mir ganz schnell etwas einfallen lassen."
Also schupfte Chen seine Palatschinke in verschiedene Richtungen und schickte sie zum Abschluss besonders hoch hinaus. Die Jury war überzeugt. Bewertet wurden unter anderem Technik, Flughöhe, die sichere Landung und der persönliche Auftritt.
Insgesamt hatten mehr als 70 Menschen aus allen Bundesländern Videos ihrer Schupfkünste eingereicht. Fünf Finalbeiträge schafften es in die letzte Runde. Hinter Chen landete Lucia mit ihrer singenden Darbietung auf Platz zwei. Dritter wurde Papa Franz, der eine Tennisball-Show hinlegte und dabei von seiner kleinen Tochter Alma angefeuert wurde.
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Kommt jetzt die Leberkäs-Palatschinke?
Beim Essen liebt es der neue Staatsmeister besonders üppig. Seine liebste Variante? "Eispalatschinken. Mit Vanilleeis, Schlagobers, Schokosauce und Staubzucker – davon dann gerne 20.000", scherzte Chen.
Für eine mögliche Eigenkreation denkt er allerdings in eine ganz andere Richtung: "Eine Leberkaspalatschinke, mit süßem Senf, das wäre schon eine Idee. Mal schauen, ob das gut ankommt."
Ob diese Kombination tatsächlich einmal auf einer Speisekarte landet, ist offen. Auch die Idee eines Palatschinken-Pop-ups für das kommende Jahr wurde bereits besprochen. Fixiert ist bislang nichts. Gesprächsstoff hätte Chen mit seiner herzhaften Kreation jedenfalls reichlich.
Schupfen für den guten Zweck
Dass aus dem kuriosen Wettbewerb mehr entstehen kann als ein lustiger Küchenmoment, zeigen die Vorjahressieger. Mit ihrem Verein "Palatschinkenfreunde Himberg" verbinden Marteau und Hamp ihre Leidenschaft mit karitativem Engagement. Unter dem Motto "Palatschinken für Bildung" tourten sie im Spätsommer fast 2.000 Kilometer durch Österreich. Die Erlöse ihrer Aktivitäten gehen an "Mary’s Meals", einen Verein, der Schulmahlzeiten für Kinder ermöglicht.