1. Halbjahr

Wiener Zinshausmarkt trotzt Krise: 418 Mio-€-Deals

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Trotz weltweiter Krisen, strengeren Mietgesetze und höheren Finanzierungskosten hat sich der Wiener Zinshausmarkt im ersten Halbjahr 2026 erstaunlich robust gezeigt. oe24 zeigt die Gewinner- und die Verlierer-Bezirke.
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Mit einem Transaktionsvolumen von rund 418 Millionen Euro lag der Wiener Markt für Gründerzeit-Zinshäuser nur knapp unter dem Niveau des zweiten Halbjahres 2025, belegt die aktuelle Erhebung von OTTO Immobilien.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis hielt in der Bundeshauptstadt mit 3.269 Euro stabil sein Niveau. Insgesamt wurden im Halbjahr 106 Transaktionsabschlüsse registriert, nachdem es im Vorjahreszeitraum 151 Abschlüsse gewesen waren.

Massive Verlagerung: Kapital fließt ins Zentrum

Eugen Otto, Geschäftsführer von OTTO Immobilien, ordnet das Ergebnis klar ein: "Wir haben ein Halbjahr mit einem langen, tiefen geopolitischen Einschnitt hinter uns, der neben steigenden Energie- und Logistikpreisen auch steigende Zinsen, hohe Inflation und einen neuen Mietrechtsrahmen gesehen hat. Das ist für jede Anlageklasse eine Belastungsprobe. Der Zinshausmarkt hat sie bestanden, mit robustem Volumen und stabilen Durchschnittspreisen."

Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die deutliche Konzentration der Transaktionen auf die inneren Bezirke. Während die Verkäufe innerhalb des Gürtels bei der Anzahl der Deals nur um acht Prozent nachgaben, brach die Transaktionszahl in den Außenbezirken um 41 Prozent ein. Der Anteil der Innenbezirke am gesamten Transaktionsvolumen kletterte markant von 54,5 Prozent auf 67,3 Prozent. Bei der Anzahl der Transaktionen stieg der Marktanteil der City-Lagen von 33,1 Prozent auf 43,4 Prozent.

  • Gewinner-Bezirke: In neun der 23 Gemeindebezirke legte das Transaktionsvolumen zu, in dreien sogar um mehr als 100 Prozent (4. Bezirk Wieden, 6. Bezirk Mariahilf und 23. Bezirk Liesing). Das größte Plus verzeichnete Mariahilf mit einem Zuwachs von 42 Millionen Euro, gefolgt von Wieden mit plus 20 Millionen Euro.
  • Verlierer-Bezirke: Die stärksten Einbußen verbuchten der 9. Bezirk Alsergrund (minus 48 Millionen Euro), der 12. Bezirk Meidling (minus 26 Millionen Euro) und der 16. Bezirk Ottakring (minus 25 Millionen Euro).
  • Völliger Stillstand: Im 11. Bezirk Simmering, 13. Bezirk Hietzing und 22. Bezirk Donaustadt wurde im gesamten ersten Halbjahr 2026 keine einzige Transaktion erfasst.

Philipp Maisel, Leiter Investment bei OTTO Immobilien, analysiert die Verschiebung: "Zwei Drittel des Volumens werden heute innerhalb des Gürtels umgesetzt – Kapital konzentriert sich auf Lagen und Objekte mit Qualität und klarer Perspektive. Gleichzeitig gewinnen Full-Equity-Käufer, die ohne Bankfinanzierung agieren, deutlich an Gewicht. Sie sind derzeit die verlässlichste und aktivste Käufergruppe am Markt."