Der französische Zughersteller Alstom hat wegen Problemen bei Großprojekten in Deutschland seinen Jahresausblick erneut gesenkt. In Wien ist zum Glück alles in Ordnung, aber in Deutschland nicht. Ursache seien vor allem Verzögerungen bei der Zertifizierung und Auslieferung von Regionalzügen vom Typ Coradia Max, nannte der Siemens-Rivale am Montag als Hauptgrund.
Die Schwierigkeiten führten zu einem Mittelabfluss von 1,25 Mrd. Euro im 1. Halbjahr und drückten die bereinigte operative Umsatzrendite (EBIT-Marge) ins Minus.
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Coradia-Max-Züge: Technische Probleme
Die von mehreren deutschen Bundesländern georderten Coradia-Max-Züge hätten in diesem Jahr eigentlich das Produktionswachstum antreiben sollen. Technische Probleme und zusätzliche Testanforderungen hätten den Zeitplan jedoch verlängert, erklärte Alstom. Die Probleme verursachten zusätzliche Arbeiten und Terminüberschreitungen bei einigen Projekten. Der Zughersteller senkte daher sein jährliches Produktionsziel auf rund 4.000 Waggons von zuvor 4.400 bis 4.500.
Aktie bricht ein
Die bereinigte EBIT-Marge lag in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres bei rund minus vier Prozent, verglichen mit plus 6,4 Prozent vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einer bereinigten operativen Marge von rund einem Prozent statt der bisherigen 6,5 Prozent. Das Ziel für den freien Cashflow wurde auf einen Abfluss von 1,5 Mrd. Euro gesenkt, nachdem zuvor ein Mittelzufluss in Aussicht gestellt worden war. Dabei hatte Alstom erst vor sieben Monaten sein Mittelfristziel für den freien Cashflow gestrichen und seinen Margen-Ausblick gesenkt. Auch damals hatte das Unternehmen Verzögerungen und Ausführungsprobleme bei großen Verträgen für Schienenfahrzeuge als Grund genannt.
Die Aktien des Konzerns brachen an der Pariser Börse um rund 30 Prozent ein. Einschließlich des Kursrutsches vom Montag hat das Papier in diesem Jahr rund 54 Prozent an Wert verloren.