Auf den Tag genau sieben Wochen nach seinem Herzkreislaufstillstand führte Niederösterreichs Landtagspräsident Karl Wilfing (ÖVP) in Hainburg den Vorsitz. Seine Schwester hat ihn reanimiert, er ist sehr demütig, dass alles so gut ausgegangen ist.
Beim Treffen mit den Kollegen aus Österreich und Südtirol ging es um grenzübergreifende Wirtschaftsräume. Niederösterreich, Wien und das Burgenland erwirtschaften rund 43 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung. „Kapital, Arbeitskräfte, Forschung und Lieferketten machen an Staatsgrenzen nicht Halt”, sagt Wilfing.
Auch interessant
Boom im Osten
Das Projekt „BAUM” koordiniert seit November 2025 grenzüberschreitende Vorhaben mit Bratislava. Mehr als 15.000 Menschen aus der Slowakei leben bereits in angrenzenden Gemeinden, in Kittsee stellen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Neu ist die Buslinie 902. Sie verbindet im Probebetrieb bis 31. Dezember Bratislava, Kittsee und weitere Orte im Zwei-Stunden-Takt. Burgenlands Präsidentin Astrid Eisenkopf (SPÖ) mahnt: Wachstum darf nicht nur mehr Flächenverbrauch bedeuten. Als Zukunftsprojekt gilt der Europacampus in der ehemaligen Marc-Aurel-Kaserne Hainburg.
Im Rahmen der Konferenz gab Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner einen Empfang, bei dem der Preis für Föderalismus- und Regionalforschung 2026 verliehen wurde.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) unterstrich im Zuge der Preisverleihung beim Empfang die Bedeutung des Föderalismus: "Föderalismus heißt nicht: Jeder für sich. Und schon gar nicht: Alle gegen den Bund. Föderalismus heißt: Miteinander reden, voneinander lernen und gemeinsam etwas weiterbringen." In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf die Reformpartnerschaft: "Die Menschen erwarten sich weniger Bürokratie, klare Zuständigkeiten und mehr Effizienz. Denn entscheidend ist, dass die Reformen den Menschen konkret etwas bringen." Als Beispiel führte die Landeshauptfrau den Gesundheitsplan 2040+ an, der gemeinsam mit Expertinnen und Experten erarbeitet, einstimmig in der Landesregierung beschlossen worden sei und nun Schritt für Schritt umgesetzt werde. "Verantwortung übernehmen, Lösungen entwickeln und sie umsetzen. Das ist starker, gelebter Föderalismus", unterstrich Mikl-Leitner.
Der von den Landtagspräsidentinnen und Landtagspräsidenten der österreichischen Bundesländer und Südtirols sowie dem Institut für Föderalismus ausgeschriebene Preis wurde heuer an Andreas Joham von der Universität Graz verliehen. In seiner Dissertation "Informelle ( Volks-)Befragungen. Eine verfassungsrechtliche Untersuchung" beschäftigte sich Joham mit der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit informell durchgeführter Befragungen.