Negatives Ergebnis

Wirtschaftskammer fuhr 10 Millionen Verlust ein

© APA/HELMUT FOHRINGER
Das negative Ergebnis nach Steuern ist deutlich höher als erhofft - der Mahrer-Rücktritt war vor gut einem halben Jahr, der Bilanzverlust für 2025 beträgt 9,4 Millionen statt 7 Millionen. Schuld seien die Ökonomen.
Zur Vollversion des Artikels

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat im Vorjahr ein deutliches Minus eingefahren. Die Arbeitgeber-Vertretung verzeichnete 2025 einen Bilanzverlust von 9,4 Mio. Euro, geplant war ein Verlust von 7 Mio. Euro, heißt es in Berichten.

Der Betriebserfolg lag bei minus 10,5 Mio. Euro und somit um fast 2 Millionen schlechter als gedacht. Das negative Ergebnis nach Steuern betrug 7,7 Mio. Euro und fiel damit um fast 10 Prozent höher aus als erwartet.

Ball wird an Ökonomen weitergespielt

Das Budgetloch soll dem Bericht zufolge mit der Ausgleichsrücklage gestopft werden. Von der Wirtschaftskammer wurden die Zahlen auf APA-Anfrage bestätigt. "Die Planansätze für das WKÖ-Budget 2025, einschließlich der Kammerumlagen, basierten auf den im Sommer 2024 verfügbaren Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforscher", wird der Ball Richtung Ökonomen weiter gespielt.

In Zahlen heißt das: Ursprünglich sollten 259 Mio. Euro aus den beiden Kammerumlagen fließen, letztlich waren es aber nur 250 Mio. Euro. 97,2 Mio. Euro stammten aus der umsatzabhängigen Kammerumlage 1 und 152,9 Millionen aus der anhand der Mitarbeiterzahl berechneten Kammerumlage 2.

Die Wirtschaftskammer hat eine schwierige Zeit hinter sich, die mit den Turbulenzen um den nunmehrigen Ex-Chef Harald Mahrer begannen. Dieser legte nach breiter Kritik an einer Einkommenserhöhung für Kammer-Mitarbeiter im Herbst 2025 seine zahlreichen Funktionen zurück. Ihm folgte die Tiroler Hotelbetreiberin Martha Schultz nach, die der Arbeitgebervertretung einen umfangreichen Sparkurs verordnete. Dies soll auch mit einem deutlichen Personalabbau in der Wiener Zentrale verbunden sein, die Details dazu sind aber bis dato offen. 200 von 800 Jobs sollen jedenfalls wegfallen. Und auch die Länderkammern sollen sparen.

Sowohl Schultz wie auch WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger, die beide aus dem ÖVP-Wirtschaftsbund stammen, bezeichneten den Sparkurs kürzlich als "alternativlos". Matthias Krenn, Chef der Freiheitlichen in der Wirtschaftskammer, sah den Mitarbeiterabbau als "auf jeden Fall angemessen". Die Grünen verwiesen darauf, dass die Kammer über 12.000 Funktionärinnen und Funktionäre sowie mehr als 5.500 Mitarbeitende verfüge. Die Unos glauben an ein Sparpotenzial bei den Länderkammern, wo es ihrer Einschätzung nach viele Doppelstrukturen gibt.