Das steckt dahinter

Wofür die blaue Seite des Radierers wirklich gedacht ist

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Fast jeder kennt ihn aus der Schulzeit: den klassischen Radiergummi mit roter und blauer Seite. Doch wofür das blaue Ende des Radierers tatsächlich gedacht ist, wissen nur die wenigsten.
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Fehler passieren schnell, aber mit einem Radiergummi lassen sich Bleistiftstriche glücklicherweise mühelos korrigieren. Bei Tinte wird es allerdings schwieriger. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass man genau diese mit der blauen Seite des Radiergummis entfernen kann. Und tatsächlich steckt viel Wahrheit dahinter.

So radiert die blaue Seite

Ein klassischer Radiergummi besteht aus Kunststoff oder Kautschuk. Wer die blaue Seite schon einmal benutzt hat, wird gemerkt haben, dass sie deutlich rauer und härter ist als die rote. Der Grund dafür ist Quarzmehl, das bei der Produktion beigemischt wird. Diese unebene Struktur ist sogar mit freiem Auge erkennbar. Laut dem Hersteller Faber-Castell ermöglicht der harte Gummi, feine Faserschichten des Papiers abzutragen. So kann auch Tinte, die tiefer in die Blattfasern eindringt, radiert werden. Die Tinte wird also nicht im klassischen Sinn gelöst, sondern mit der obersten Schicht des Schulheftes abgerieben. Dabei ist Vorsicht geboten, um keine ärgerlichen Löcher ins Papier zu reißen.

Das Prinzip der roten Seite

Die rote Seite ist hingegen dafür geeignet, um oberflächliche Pigmente wie Grafit vom Papier zu lösen. Hier kommt die sogenannte Adhäsionskraft ins Spiel, welche das Phänomen beschreibt, dass sich verschiedene Teilchen anziehen. Die Grafitteilchen des Bleistifts haften zunächst am Papier. Die Anziehungskraft zwischen dem Radiergummi und dem Grafit ist beim Rubbeln jedoch größer als die zwischen Grafit und Papier. Deshalb bleibt der Grafit am Gummi hängen und verschwindet mühelos vom Blatt.

Geschichte des praktischen Helfers

Entdeckt wurde diese faszinierende Eigenschaft von Kautschuk bereits im Jahr 1770 durch Edward Nairne. Bekannt wurde die Neuerung jedoch durch den Naturforscher Joseph Priestley, der die Entdeckung als Erster veröffentlichte und daher lange Zeit als Erfinder des Radiergummis galt. Vor diesem Durchbruch mussten die Menschen auf ein ungewöhnliches Hilfsmittel zurückgreifen: Sie verwendeten altes Brot, um Bleistiftstriche zu entfernen.