Bis mindestens 2028

Wohnungsnot in Wien verschärft sich weiter

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Ein neuer Sonderbericht zeigt eine riesige Versorgungslücke bei frei finanzierten Wohnungen auf. Heuer wird nur die Hälfte des Bedarfs gebaut, die Mieten steigen weiter.
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Wer in Wien eine leistbare Wohnung sucht, muss sich in den nächsten Jahren auf schwere Zeiten einstellen. Der aktuelle Sonderbericht von Immo Analytics zeichnet ein düsteres Bild für den Wiener Wohnungsmarkt. Bis mindestens zum Jahr 2028 droht eine massive Verknappung von Wohnraum. Die Fertigstellungen neuer Wohnungen bleiben weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück, während geplante Projekte immer öfter ins Stocken geraten. Die unmittelbaren Folgen für Wohnungssuchende sind weiter kletternde Preise und ein schrumpfendes Angebot.

Nur noch halb so viele Wohnungen wie nötig

Heuer werden in Wien voraussichtlich nur rund 5.700 frei finanzierte Wohnungen fertiggestellt. Dem gegenüber steht ein jährlicher Bedarf von etwa 10.000 bis 11.000 Einheiten. Diese hohe Zahl ergibt sich aus dem anhaltenden Wachstum der Bevölkerung und dem notwendigen Ersatz für alte Bausubstanz. Damit deckt der heurige Neubau gerade einmal die Hälfte dessen ab, was eigentlich dringend gebraucht würde. Für das kommende Jahr sieht die Prognose sogar noch schlechter aus, denn der Bedarf wird das Fertigstellungsvolumen voraussichtlich um das Zweieinhalbfache übersteigen. Auch für das Jahr 2028 zeichnet sich keine Entspannung ab. Weil bereits jetzt extrem wenige Baugenehmigungen erteilt werden, wird die Bautätigkeit auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben.

Teure Verzögerungen auf Baustellen

Die Wohnungsknappheit wird sich weiter verschärfen. © Immo Analytics

Die Gründe für die herannahende Krise liegen vor allem bei den Verzögerungen von Bauprojekten. Fast 40 Prozent aller Vorhaben liegen weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück und verschieben sich um mindestens drei Monate. Dabei sind meistens nicht Probleme direkt auf den Baustellen schuld. Vielmehr bremsen die schwierigen Bedingungen bei der Finanzierung und die schleppende Vermarktung im Vorfeld die Projekte aus.

Mietmarkt vor dem Kollaps

Besonders dramatisch entwickelt sich die Situation auf dem Mietmarkt, obwohl rund drei Viertel der Wiener Bevölkerung in einer Mietwohnung leben. Doch genau in diesem Bereich bricht das Angebot künftig massiv ein, weil große Investoren immer seltener neue Mietwohnungsprojekte planen. Diese Verknappung macht sich bereits jetzt bemerkbar, da die Preise vor allem im ohnehin schon günstigeren Segment spürbar anziehen. "Die Gefahr von Verhältnissen wie in London ist real", warnt Gregor Pfeiffer, Geschäftsführer von Immo Analytics.