Am Montag wollen sich die Regierungschefs der drei Landesteile im walisischen Cardiff treffen und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Darin geht es um mehr Freiheiten und eine engere Zusammenarbeit etwa bei Wirtschaft, Energie und inneren Angelegenheiten.
Hinter dem Vorstoß steckt allerdings weit mehr als eine politische Absichtserklärung. Alle drei Landesteile werden derzeit von pro-unabhängigen Regierungschefs geführt.
Schottlands Erster Minister John Swinney sieht darin ein deutliches Signal. Es gebe "kein klareres Zeichen", dass der bisherige Zustand nicht nachhaltig sei und sich Westminster auf eine Zukunft nach dem Vereinigten Königreich vorbereiten müsse.
Zurück in die EU?
Besonders brisant ist der Blick der drei Landesteile Richtung Europa. Schottland und Wales könnten im Falle einer Unabhängigkeit wieder einen Beitritt zur EU anstreben.
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Für Nordirland wäre sogar eine andere Entwicklung denkbar: Das Land könnte sich der Republik Irland anschließen und damit ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich ausscheiden.
Damit bekommt die Diskussion um die Zukunft des Länderbundes zusätzliche Brisanz.
Trump unterstützt vereintes Irland
Rückenwind für die Unabhängigkeitsbewegung kommt auch aus den USA. Donald Trump erklärte bei seinem Besuch in Dublin, er würde ein vereintes Irland "liebend gern" sehen.
Er legte sogar nach und sagte sinngemäß, dass es seiner Ansicht nach irgendwann passieren werde – und genauso gut bereits jetzt geschehen könne.
Premierminister widerspricht Schottland
Der neue britische Premierminister Andy Burnham steht damit vor einer schwierigen Aufgabe. Zunächst hatte er angedeutet, ein schottisches Unabhängigkeitsreferendum könne bei einem "klaren Konsens" möglich sein.
Mittlerweile klingt er deutlich zurückhaltender. In einem Brief an Swinney erklärte Burnham, es gebe derzeit keinen Konsens für ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland. Auch gebe es keine klare Grundlage für die Annahme, dass eine Mehrheit der Menschen in Nordirland aktuell das Vereinigte Königreich verlassen wolle.
"Letzter Premierminister"?
In Schottland glaubt man offenbar trotzdem, dass sich die Dynamik kaum noch stoppen lässt. Swinney bezeichnete die Entwicklung der Unabhängigkeitsbewegung als "unbestreitbar".
Seine Prognose für Burnham hat es dabei in sich: Er könnte als "letzter Premierminister des Vereinigten Königreichs" in die Geschichte eingehen.
Ob es tatsächlich so weit kommt, ist völlig offen. Der politische Druck auf London dürfte mit dem gemeinsamen Vorstoß von Schottland, Wales und Nordirland aber weiter steigen.