Suchthilfe

Zweiter "Drug-Checking"-Standort in Wien eröffnet

© Suchthilfe Wien/Alex Gotter
Im Meidlinger U4-Center wurde eine neue Beratungsstelle von checkit! eingerichtet, wo Beratung für potentielle Konsumenten von illegalisierten Freizeitdrogen, für deren Angehörige und Personen, die allgemein an dem Thema interessiert sind, angeboten wird.
Zur Vollversion des Artikels

Schon seit vielen Jahren ist das Wiener Drogen-Analysezentrum "checkit!" in der Wiener Gumpendorfer Straße Anlaufstelle für Beratung und Information. Nun wurde erstmals ein weiterer Standort eröffnet. Das neue "checkit!"-Lokal befindet sich im Meidlinger U4-Center, wie die Wiener Sucht- und Drogenkoordination am Dienstag mitteilte. Die Ausweitung des Angebots geschehe vor dem Hintergrund neuer Entwicklungen im Suchtgiftbereich, wurde betont.

Denn der aktuelle Drogenbericht der European Union Drugs Agency (EUDA) zeige, dass der europäische Drogenmarkt immer vielfältiger und dynamischer - und damit auch riskanter - werde. Wien begegne dieser Entwicklung mit einer evidenzbasierten, niederschwelligen Drogen- und Suchtpolitik, hieß es. Mit Angeboten wie dem Drug Checking von "checkit!" setze man gezielt auf Prävention, Gesundheitsschutz und Schadensminimierung.

Analyse der Substanzen

Die Anlaufstelle ist eine Einrichtung der Suchthilfe Wien. Das Angebot richtet sich an Personen, die psychoaktive Substanzen konsumieren oder einen Konsum zumindest in Erwägung ziehen. Sie können dort die Substanzen analysieren lassen. Wobei die Proben nicht nur bei "checkit!" selbst, sondern auch bei teilnehmenden Apotheken oder ausgewählten Veranstaltungen abgegeben werden können.

Angeboten wird auch Beratung über Risiken und die sichere Verwendung. Bei Bedarf bestehe auch die Möglichkeit, frühzeitig an weiterführende Beratungs- und Behandlungsangebote des Wiener Suchthilfesystems zu gelangen, hob man hervor.

Angebot wird erweitert

"Wien zählt seit vielen Jahren zu den internationalen Vorreitern im Bereich Drug Checking. Mit dem zusätzlichen Standort erweitern wir unser bewährtes Angebot und ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu Beratung, Information und Risikominimierung", hielt Drogenkoordinator Ewald Lochner fest. Gerade junge Menschen würden Anlaufstellen brauchen, die sie einfach und ohne Hürden nutzen könnten.

"Das Aussehen, der Geruch oder die Konsistenz einer Substanz sagen nichts über ihre tatsächlichen Inhaltsstoffe aus. Mit Drug Checking erhalten Menschen verlässliche Informationen und multiprofessionelle Beratung, denn wer die Risiken kennt, kann bessere Entscheidungen treffen", zeigte sich "checkit!"-Leiterin Bettina Hölblinger überzeugt. Wer gefährliche Inhaltsstoffe oder unerwartete Beimengungen entdecke, entscheide sich häufig gegen den Konsum.