Assistenzysteme

Notbremsassistenten im großen Test

30.08.2012

Autofahrerclub fordert serienmäßig eingebaute "Notstopper" für alle Pkw.

Zur Vollversion des Artikels
© ÖAMTC
Zur Vollversion des Artikels

Auffahrunfälle zählen zu den häufigsten Crashs im Straßenverkehr. Notbremsassistenten - "Advanced Emergency Braking Systems" (AEBS) können helfen, die Folgen einer solchen Kollision zu mildern. Im besten Fall können sie Auffahrunfälle sogar ganz verhindern. Der ÖAMTC hat - wie bereits im Vorjahr - mit europäischen Partnerclubs Notbremsassistenzsysteme in verschiedenen Fahrzeugklassen getestet. Das Ergebnis: Mit Hilfe aller getesteten Systeme können die Folgen eines Auffahrunfalls signifikant gemildert werden.

Systeme sollten serienmäßig verbaut werden
Der Club forderte daher den serienmäßigen Einbau von Notbremsassistenten in allen Neuwagen. Bei dem Test wurde nun geprüft, wie stark die Assistenten die Aufprallgeschwindigkeit reduzieren können und wie effektiv der Fahrer vor einer Kollision gewarnt wird.

Viele Hersteller haben ihre Notbremssysteme nach dem Test im vergangenen Jahr stark weiterentwickelt. "Insbesondere BMW, 2011 mit dem 5er noch auf dem vorletzten Platz, konnte zulegen und stellt diesmal mit dem 7er den Testsieger. Knapp dahinter folgen mit dem Mercedes C-Klasse (C350) und dem Volvo V40 zwei Fahrzeuge, deren Notbremsassistenten ebenfalls mit 'sehr gut' bewertet wurden", erklärte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Mit "gut" wurden die Systeme im VW Touareg, im Audi A6 quattro und im Lexus GS 250F Sport beurteilt. Opel Insignia , Honda Civic und Mercedes B-Klasse (B180) schnitten "befriedigend" ab. Auf dem zehnten und letzten Platz reiht sich der Ford Focus ein. Dessen Notbremssystem wurde als einziges mit "genügend" beurteilt. Der Grund: Eine autonome Bremsung wird nur eingeleitet, wenn der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt.

Ergebnisse im Überblick (Grafik öffnet sich durch Mausklick)

© ÖAMTC

Notbremsassistenten sollen unterstützend eingreifen, bevor es zu einem Auffahrunfall kommt. "Die Systeme erkennen mittels Sensoren und Kameras vorausfahrende Fahrzeuge und warnen den Fahrer vor drohenden Kollisionen. Reagiert der Lenker nicht auf die Warnung, leitet das System eine autonome Bremsung ein", erklärte Kerbl. Dadurch wird die Aufprallgeschwindigkeit reduziert und im Idealfall ein schwerer Unfall ganz verhindert.

Ergebnisse gehen weit auseinander
Die Ergebnisse des ÖAMTC-Tests gehen relativ weit auseinander. Dennoch erhöhen alle getesteten Systeme die Sicherheit signifikant, denn im Notfall kann jeder abgebaute Stundenkilometer lebensrettend sein. Selbst eine geringe Abnahme der Kollisionsgeschwindigkeit mit Hilfe eines Assistenten ist laut dem Club also erstrebenswert. Einen aufmerksamen Fahrer kann ein Notbremsassistent aber nicht ersetzten. "Trotz moderner Technik im Fahrzeug sollten genügend Abstand zum Vordermann und eine defensive Fahrweise selbstverständlich sein", so der ÖAMTC-Techniker.

Fotos vom aktuellen EuroNCAP-Crashtest (29. August 2012)


 
Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel