Mehrheitlich

Europas Börsen schließen im Minus

30.08.2010


Unsicherheit über weltweite Konjunktur bleibt bestehen. Unternehmensübernahmen weiter im Fokus.

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Die europäischen Leitbörsen haben am Montag mehrheitlich im Minus geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 notierte zu Börsenschluss mit minus 0,52 Prozent bei 2.616,57 Punkten. Nach leichten Kursgewinnen im frühen Handel sind die europäischen Leitbörsen am Nachmittag mehrheitlich ins Minus gerutscht.

Trotz des positiven Antriebs starker US-Vorgaben vom Wochenschluss und guten Tendenzen an den asiatischen Börsen, herrscht weiterhin Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung. Auch unterstützende Kommentare des US-Notenbankenchefs Ben Bernanke wirkten nicht erleichternd genug auf den Gesamtmarkt. Der große US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wird mit Spannung erwartet. Für Bewegung sorgten zahlreiche geplante beziehungsweise angekündigte Übernahmen. Titel der Autobranche registrierten deutliche Verluste. Der Londoner Aktienmarkt blieb aufgrund eines Feiertages geschlossen.

Die Autobranche entpuppte sich im Laufe des Handels als großer Verlierer. Grund sei der schwächer erwartete US-Absatz und Unsicherheit über die Entwicklung der Weltkonjunktur. So registrierte Volkswagen einen Verlust von 0,45 Prozent auf 71,48 Euro. Renault schloss sich diesem Trend mit einem Minus von 1,34 Prozent bei 32,11 Euro an.

Im Bereich der Übernahmeaktivitäten erhöhte sich der Aktienkurs der Zodiac Aerospace um 10,45 Prozent auf 47,89 Euro, nachdem Safran eine weitere Offerte für Europas größten Hersteller von Flugzeugsitzen vorbereitet hatte. Safran-Aktien fielen hingegen um 2,30 Prozent auf 18,89 Euro.

Auch in der Pharmabranche geht der Übernahmekampf um das amerikanische Biotechnologieunternehmen Genzyme weiter. Obwohl Genzyme das Kaufangebot des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis erneut ablehnte, zeigt sich Vorstandschef Viehbacher zuversichtlich. Marktteilnehmern zufolge, halte sich Genzyme für weitere Käuferinteressenten offen. Sanofi-Aventis- Aktien notierten bei Börsenschluss mit einem Plus von 0,66 Prozent bei 45,56 Euro.

Im Fokus stand auf deutscher Unternehmensseite auch der Verkauf der Handychip-Sparte durch Infineon. Händler hatten bereits zum Ende der Vorwoche auf die Meldung durch Infineon gewartet, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Verhandlungskreise über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf berichtet hatte. Demnach habe der deutsche Chiphersteller allerdings 1,5 Milliarden Euro für seine Sparte Wireless Solutions verlangt. Die Infineon-Aktie fiel um 3,69 Prozent auf 4,44 Euro. Marktteilnehmer begründen dies dadurch, dass der Markt einen höheren Kaufpreis erwartet habe.

Freundlich tendierten auch Unternehmen des Versorger-Sektors. Eon legten 0,07 Prozent auf 22,34 Euro zu. Ein Händler verwies auf ein Fernseh-Interview von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem sie sich für eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke von 10 bis 15 Jahre ausgesprochen hatte. Der Börsianer bezeichnete dies als positiv für die Versorgeraktien, da in diesen wahrscheinlich bereits eine kürzere Laufzeitverlängerung eingepreist sei.

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