Flaute

RTL mit weniger Gewinn und Umsatz

12.03.2026

Das bereinigte operative Ergebnis des Medienkonzerns sinkt um gut acht Prozent. RTL erhöht Dividende.

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Wegen der Konjunktur- und Werbeflaute muss RTL für 2025 Rückgänge bei Umsatz und Gewinn wegstecken. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBITA) sank um gut acht Prozent auf 661 Millionen Euro und die Erlöse fielen um 3,8 Prozent auf 6,02 Milliarden Euro, wie der europäische Fernsehkonzern am Donnerstag mitteilte. Im zukunftsweisenden Streaminggeschäft drosselte RTL den Verlust auf 47 Millionen Euro.

Hier will RTL im laufenden Jahr mit 25 bis 50 Millionen Euro erstmals schwarze Zahlen schreiben. Das Marktumfeld sei auch 2025 schwierig gewesen - "geprägt von einem deutlichen Rückgang der Fernsehwerbung und einer nochmals beschleunigten Verlagerung vom linearen Fernsehen zum Streaming", sagte der scheidende RTL-Chef Thomas Rabe. Das Streaming-Geschäft werde "in den kommenden Jahren der Motor für nachhaltiges Gewinnwachstum sein".

Werbemarkt für klassisches Fernsehen weiter unter Druck

Beim operativen Gewinn peilt die Bertelsmann-Tochter für 2026 rund 725 Millionen Euro (plus/minus drei Prozent) an. Der Werbemarkt für klassisches, lineares Fernsehen dürfte aber weiter unter Druck bleiben - und um etwa drei Prozent sinken. Mittelfristig will RTL beim bereinigten EBITA auf etwa eine Milliarde Euro kommen. Dazu beitragen sollen neben dem Streaming mehr Künstliche Intelligenz, Kostendisziplin und Synergien von 250 Millionen Euro in drei Jahren durch die geplante Übernahme des Bezahlsenders Sky Deutschland.

Beim Streaming legte der Umsatz im vorigen Jahr um gut 26 Prozent zu auf 509 Millionen Euro - auch aufgrund höherer Abopreise in Deutschland. Zudem kletterte die Summe zahlender Abonnenten um 19,2 Prozent auf 8,1 Millionen. Die Digital-Werbeumsätze stiegen um knapp 28 Prozent auf 517 Millionen Euro, konnten aber den Rückgang der TV-Werbeumsätze nicht ausgleichen.

Verkauf von RTL Nederland

Der Verkauf von RTL Nederland für 1,1 Milliarden Euro an die belgische Mediengruppe DPG sorgte dafür, dass der Konzerngewinn unter dem Strich um rund 85 Prozent auf eine Milliarde Euro kletterte. Deshalb erhöht RTL seine Dividende auf 5,50 (Vorjahr: 2,50) Euro pro Aktie. Zugleich baut RTL Deutschland wegen des mauen TV-Marktes rund 600 Vollzeitstellen ab.

Rabe ist seit 2012 Bertelsmann-Chef und seit 2019 auch RTL-Chef. Bei der Konzernmutter scheidet der Manager Ende dieses Jahres aus, bei RTL soll Clement Schwebig bereits im Mai sein Nachfolger werden. Der Franzose war zuletzt bei Warner Bros. Discovery zuständig für Westeuropa und Afrika und soll die Übernahme des Bezahlsenders Sky Deutschland vom US-Konzern Comcast zum Erfolg bringen.

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