Virologen als Sündenböcke der Krise

Regierungs-Experten bedroht

© oe24/Fotomontage
Virologinnen, Infektiologen und Komplexitätsforscher werden beschimpft.
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Christian Drosten und Anthony Fauci kennen es schon lange. Wann immer sie vor einem Anstieg der Infektionen warnen, werden sie bedroht. Ihren österreichischen Kollegen, die vor der Pandemie warnen, geht es ähnlich:

Die Virologin Monika Redlberger-Fritz, die im Oktober darauf aufmerksam machte, dass das Contact Tracing kollabiere, wird seit damals bedroht und beschimpft. Einfach, weil sie die Wahrheit sagte. Es sei zunehmend schwieriger, die Expertin zu Auftritten zu bewegen, berichten Politkreise.

Im Visier von Rechtsextremen und Impfgegnern

Selbst der Verfassungsschutz beobachtet mittlerweile genau, dass Ärzte und Experten, die für Prävention stehen, ins Visier von Rechtsextremen, radikalen Impfgegnern und „einem wütenden Mob“ geraten. Ursula Wiedermann-Schmidt – sie war die erste Ärztin, die impfte – wird seit damals in Foren wüst bedroht. Ihrem Kollegen Herwig Kollaritsch ergeht es ähnlich. Einfach, weil sie impfen.

Wegen Fakten bedroht

Die Virologin Dorothee von Laer wiederum konnte in Innsbruck kaum aus dem Haus gehen, nachdem sie vor der B.1.351-­Mutation in Tirol warnte. Sie wurde bedroht, weil sie Fakten nannte.

Komplexitätsforscher Peter Klimek erhält nach so gut wie jedem Auftritt wütende Post. Eine Schande, der man nicht zuschauen darf.