Fastenzeit
Schlanker, fitter, glücklicher: Darum sollten Sie unbedingt fasten
18.02.2026Fasten ist mehr als Verzicht: Es kann neue Energie schenken, den Stoffwechsel resetten und Körper wie Geist entlasten. Warum eine bewusste Nahrungspause so wirkungsvoll ist – und für wen sie sich besonders lohnt.
Am 18. Februar beginnt die Fastenzeit – eine ideale Gelegenheit, Körper und Geist eine bewusste Pause zu gönnen. Rund zwei Drittel der Österreicher:innen halten Fasten für sinnvoll. Und auch wenn einige der Ansicht sind, dass es nicht gesund sein kann, wenn der Magen knurrt, der Kopf schmerzt und die Gedanken nur mehr ums Essen kreisen, sind sich Fastenforscher:innen einig: Der Verzicht auf Nahrung hat positive Effekte auf unsere Gesundheit.
Fasten als Heilmittel
Untersuchungen zeigen, dass Fasten den Stoffwechsel entlastet, zur Vorbeugung von Krankheiten beiträgt und bestehende Beschwerden positiv beeinflussen kann. Blutzucker-und Cholesterinwerte sinken, der Blutdruck verbessert sich und überschüssiges Körperfett wird abgebaut. Auch entzündliche Prozesse im Körper können reduziert und zelluläre Alterungsprozesse verlangsamt werden. Prof. Dr. Peter Schwarz, Präsident des Internationalen Diabetes-Verbandes, zeigt in seinem kürzlich erschienenen Buch „Wasserfasten“, dass eine zweiwöchige vollständige Nahrungspause das Leberfett deutlich reduzieren oder sogar ganz verschwinden lassen kann.
Leberfett gilt als zentraler Auslöser für Typ-2-Diabetes. Der Diabetologe ist überzeugt: „Dieser Verzicht bringt einen enormen Benefit für die Gesundheit.“ Radikaler Nahrungsverzicht über zwei Wochen ist für ihn der effektivste Weg, aber auch andere Fastenarten eignen sich, um positive Effekte auf die Gesundheit zu erzielen. Es gibt mehrere Möglichkeiten „nichts zu essen“ – von Kalorienreduktion, über Intervallfasten bis zu Heilfastenkuren.
Gute Gründe für das Fasten: Neustart
Fasten ist weit mehr als ein kurzfristiger Verzicht auf Nahrung – es kann der Startpunkt für einen nachhaltig gesünderen Lebensstil sein. Ziel ist nicht schnelles Abnehmen, sondern eine bewusste Entlastung des Körpers und ein Neustart für Stoffwechsel, Verdauung und Wohlbefinden. Im Alltag werden unsere zentralen Entgiftungsorgane, allen voran Leber und Nieren, durch ungesunde Gewohnheiten stark beansprucht. Eine zeitlich begrenzte Fastenphase gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu regenerieren und wieder effizienter zu arbeiten.
Viele Menschen berichten nach dem Fasten von mehr Energie, besserer Stimmung und einem insgesamt leichteren Körpergefühl. Fasten kann zudem helfen, aus eingefahrenen Routinen auszubrechen. Wer sich häufig müde, gestresst oder überfordert fühlt, nutzt das Fasten oft als bewusste Zäsur, um Ernährung und Lebensstil zu überdenken. Besonders erfolgreich ist es, wenn die Fastenzeit anschließend in eine dauerhafte Ernährungsumstellung übergeht.
Weniger Entzündungen
Auch aus medizinischer Sicht spricht vieles für das Fasten. Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenke und Rückenprobleme. Fasten senkt das Insulinlevel, entlastet das Herz, verbessert Blutzucker-, Blutdruck-und Cholesterinwerte und kann entzündliche Prozesse im Körper reduzieren. Bestehende Erkrankungen können dadurch positiv beeinflusst und Therapien unterstützt werden.
Jungbrunnen
Darüber hinaus gilt Fasten als Jungbrunnen für die Zellen. Studien zeigen, dass der zeitweise Nahrungsverzicht die Zellalterung verlangsamt und Regenerationsprozesse aktiviert. Auch das Darmmikrobiom reagiert sensibel auf Fastenphasen: Veränderungen der Darmflora können das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und die Verdauung positiv beeinflussen.
Autophagie
Durch Nahrungsverzicht oder längere Esspausen wird die Autophagie angeregt. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem Zellen beschädigte oder überflüssige Bestandteile abbauen und wiederverwerten. So trägt Autophagie zur Zellerneuerung und zur Aufrechterhaltung der Zellgesundheit bei.
Wer profitiert besonders?
Fasten kann vielen Menschen guttun – besonders jenen, die sich häufig müde, gestresst oder antriebslos fühlen. Auch bei Verdauungsproblemen, Hautbeschwerden oder einem insgesamt ungesunden Lebensstil kann eine Fastenphase neue Impulse setzen. Nicht geeignet ist Fasten für Schwangere und stillende Frauen sowie für Menschen mit Essstörungen. Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen sollten vorab unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Ob Intervallfasten, Saft-, Schleimoder Scheinfasten – die Methode lässt sich individuell anpassen. Allen Formen gemeinsam ist ihre Wirkung: Fasten schafft Raum für Regeneration, Klarheit und neue gesunde Gewohnheiten. Wer es bewusst und passend zur eigenen Lebenssituation einsetzt, kann langfristig davon profitieren – körperlich wie mental.
Welches Fasten passt zu mir?
- Kalorienreduktion: Die Kalorienzufuhr wird dauerhaft um 25 Prozent gesenkt, soll Alterungsprozesse verzögern.
- Intervallfasten: Wechsel zwischen Essens-und Fastenphasen nach einem festen Zeitplan (z. B. 16:8); alltagstauglich, langfristig geeignet, positive Effekte auf Stoffwechsel und Gewicht.
- Heilfasten nach Buchinger: Mehrtägiges vollständiges Fasten mit Brühen, Säften und viel Flüssigkeit, meist begleitet, kann Initialzündung für gesünderen Lebensstil sein.
- Heilfasten nach F. X. Mayr: Fokus auf Darmgesundheit und bewusstes Essen, Kombination aus Diät, Schulung und Substitution; nur unter fachlicher Begleitung empfohlen.
- Wasserfasten: Totales Fasten mit ausschließlich Wasser – sehr anspruchsvoll und nur unter Aufsicht empfohlen.
- Saftfasten: Mehrere Tage ausschließlich Säfte; liefert Vitamine, aber kaum Eiweiß oder Fett.
- Fastenwandern: Fasten wirkt am besten in Kombination mit Bewegung.
Buchtipp
„Wasserfasten“ Diabetes und andere entzündliche Krankheiten in nur 14 Tagen besiegen; von Peter Schwarz; Dumont, 25,50 Euro