Alarmierende Zahlen

Weltweit mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

03.02.2026

Fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Laut einer Analyse globaler Daten waren Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen 2022 die häufigsten solchen Ursachen. 

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Rund vier von zehn Krebserkrankungen weltweit gehen auf Ursachen zurück, die sich eigentlich verhindern ließen. Das zeigt eine aktuelle Analyse globaler Gesundheitsdaten. Die größten Risikofaktoren im Jahr 2022: Rauchen, Alkoholkonsum und bestimmte Infektionen. Besonders betroffen sind Männer – bei ihnen gelten sogar mehr als 45 Prozent aller Krebsfälle als vermeidbar. Bei Frauen sind es rund 30 Prozent. Insgesamt liegt der Anteil bei 38 Prozent. 

Die Daten stammen von einem internationalen Forschungsteam rund um Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon und wurden im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht.

"Das ist die erste weltweite Analyse, die so klar zeigt, wie groß der Anteil vermeidbarer Krebsursachen tatsächlich ist", erklärt Co-Autor André Ilbawi von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Neu an der Studie ist, dass auch Infektionen systematisch als Krebsrisiko berücksichtigt wurden.

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Sieben Millionen von 19 Millionen Erkrankungen vermeidbar

Die Studienautoren verwendeten ausschließlich Risikofaktoren mit einem nachgewiesenen ursächlichen Zusammenhang mit Krebs, bei denen es außerdem zuverlässige Daten dazu gibt, wie sehr die Bevölkerung eines Landes ihnen ausgesetzt ist. Neben verhaltensbedingten Risiken wie Rauchen betrachteten sie auch Umweltaspekte wie etwa Luftverschmutzung und berufsbedingte Risiken. Auf dieser Basis kamen die Wissenschafter zu dem Ergebnis, dass von den weltweit insgesamt 18,7 Millionen Krebsneuerkrankungen im Jahr 2022 gut 7 Millionen vermeidbar gewesen wären, wenn Risiken verringert oder beseitigt worden wären.

Die Risiken sind nach Weltregion und Geschlecht ungleich verteilt. Bei Frauen sind in Afrika südlich der Sahara 38 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar, in Nordafrika und Westasien dagegen nur knapp 25 Prozent. Häufigste Ursache bei den vermeidbaren Krebserkrankungen sind in großen Teilen Afrikas und Asiens Infektionen.

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Rauchen als wichtiger Risikofaktor

In Europa, Australien, USA und Kanada herrscht hingegen Rauchen als wichtiger Risikofaktor vor. Bei Männern ist der Anteil vermeidbarer Krebsfälle in Ostasien mit gut 57 Prozent am höchsten und in Lateinamerika und der Karibik mit etwa 28 Prozent am niedrigsten.

Experten warnen vor massiver Zunahme 

"Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren", sagt Studienleiterin Soerjomataram. Denn die weltweiten Krebsstatistiken der WHO deuten darauf hin, dass beim Fortsetzen aktueller Trends die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 um 50 Prozent steigen könnte. "Durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen präzisere Informationen bereitstellen, um viele Krebsfälle von vornherein zu verhindern", betont Ilbawi. 

Kurz gesagt: Ein großer Teil des Krebsrisikos liegt nicht im Schicksal, sondern im Lebensstil – und damit zumindest teilweise in unserer eigenen Hand.

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