Salzburger Festspiele

Michael Maertens gibt Nestroy-Debüt

10.07.2013

Hamburger steht ab August im "Lumpazivagabundus" auf der Bühne.

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© APA/HERBERT NEUBAUER
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Nein, das Auftrittslied des Zwirn wolle er jetzt nicht unbedingt vorsingen, meint Michael Maertens und lächelt entwaffnend. Normalerweise singe er ja gerne und habe das spätestens 2009 als Mr. Higgins in "My Fair Lady" in Mörbisch wohl auch bewiesen. Doch diesmal ist es etwas anderes. Diesmal geht es um Johann Nepomuk Nestroy. In Matthias Hartmanns "Lumpazivagabundus"-Inszenierung wird der Nestroy-Preisträger am 1. August bei den Salzburger Festspielen sein Nestroy-Debüt geben. Und davor hat der 49-jährige Hamburger gehörig Respekt.

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Hamburger spielt Lumpazivagabundus
"Wir hatten große Bedenken, ob man das mit einem Hamburger besetzen darf, oder ob man damit wieder Ärger kriegt, so wie damals, als ich den 'Anatol' gespielt habe", erzählt Maertens im Gespräch mit der APA. "Aber nirgendwo im Stück steht, dass der Zwirn aus Wien kommt. Und die Sprache von Nestroy ist ja kein Dialekt, sondern eine Kunstsprache. Es ist ein Sprachkunstwerk." Dennoch ist dem Burgschauspieler bewusst, dass er unter besonderer Beobachtung stehen wird, zumal die beiden anderen Teile des "liederlichen Kleeblatts" - Nicholas Ofczarek als Knieriem und Florian Teichtmeister als Leim - Wiener sind. "Wenn die beiden ihren Text sprechen, hört es sich schon sehr österreichisch an. Der Witz und die Boshaftigkeit von Nestroy haben schon etwas sehr Österreichisches. Aber mit dieser Konstellation kann man ja auch spielen, etwa wenn ich 'Maderl', 'Hunderl' oder 'Wangerl' zu sagen habe."

Mime schon lange in Österreich zu Hause
Dabei ist Maertens nun schon 13 Jahre in Österreich, hat einen größeren Teil seines erwachsenen Lebens an der Donau als an der Elbe zugebracht und fühlt sich in Wien sehr wohl. "Die Sprache ist mir immer noch eine fremde Welt, aber es ist ja oft so, dass man sich in der Fremde wohlfühlt. Das hat etwas von Abenteuer, von Urlaub, von Reisen an sich." Ein ähnlicher Ausnahmezustand wird auch seine siebente Salzburger Festspielsaison werden, für die er mit Gattin Mavie Hörbiger und den beiden Kindern (ein und vier Jahre alt) an die Salzach übersiedeln wird. "Bisher war noch jeder Salzburg-Aufenthalt eine schöne Zeit - vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Zunächst probiert man ja von morgens bis abends, aber dann hat man auch viel Freizeit. Früher hab ich mich da ins Nachtleben gestürzt, doch je älter ich werde, desto mehr genieße ich die Landschaft." Diesmal freut sich der Schauspieler besonders darauf, mit seinem Kollegen Teichtmeister Tennis zu spielen: "So wie ich ihn einschätze, werden das wohl erbitterte Duelle werden."

© oe24.at

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