Abrechnung
Mucha packt aus: Die Wahrheit über Pius Strobl und die „Luxus-Gagen“ beim ORF
02.04.2026In einer Zeit, in der das „ORF-Bashing“ zur täglichen medialen Routine geworden ist, ergreift Verleger-Urgestein Christian W. Mucha nun in einem flammenden Appell das Wort, um gegen – aus seiner Sicht – unfaire Vorverurteilungen und verzerrte Fakten zu Felde zu ziehen.
Christian W. Mucha ist wahrlich nicht als Verteidiger des Establishments verschrien, doch in seinem aktuellen Newsletter findet das Urgestein der österreichischen Medienbranche deutliche Worte gegen die aktuelle Berichterstattung über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er vergleicht die mediale Jagd auf den ORF mit den brutalen Gladiatorenkämpfen des alten Roms: „Brot und Spiele“, um den „Ochlos“ – das einfache Volk – bei Laune zu halten.
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Der Faktencheck
Besonders sauer stößt Mucha die Verknüpfung privater Verbrechen mit der Institution ORF auf. Exemplarisch nennt er den jüngsten Fall eines ehemaligen Mitarbeiters, dem Missbrauch vorgeworfen wird: „Der Täter war seinerzeit für den ORF tätig. Seit über zehn Jahren ist er da nicht mehr. Doch was kann der ORF dafür, dass ein Mitarbeiter aus seinen Reihen ein abscheuliches Verbrechen begeht?“, fragt Mucha.
Er kritisiert, dass der Name des Senders nur deshalb in die „Balkenlettern“ der Schlagzeilen gehievt werde, um als „Scoop“ zu funktionieren, was für ihn mit verantwortungsvollem Journalismus wenig zu tun hat. Daher habe er selbst den Faktencheck gemacht.
Die Causa Pius Strobl: Verzerrte Millionen-Summen?
Auch in der hitzigen Debatte um ORF-Manager Pius Strobl versucht Mucha, die Wogen mit Sachlichkeit zu glätten. Er räumt mit den kolportierten „Luxus-Pensionen“ auf:
- Die 2,4-Millionen-Lüge: Laut Mucha handelt es sich dabei lediglich um eine gesetzlich vorgeschriebene Pensionsrückstellung. Damit diese Summe tatsächlich zur Auszahlung käme, müsste Strobl 126 Jahre alt werden.
- Leistung vs. Gage: Mucha gibt zu bedenken, dass Strobl beim Umbau des ORF-Zentrums durch „knorriges Verhandlungsgeschick“ rund 25 bis 30 Millionen Euro eingespart habe – eine Leistung, für die man in der Privatwirtschaft „eine fette Prämie“ bekäme.
Ein Plädoyer für die Demokratie
Trotz aller berechtigten Kritik an Missständen im ORF warnt Mucha eindringlich vor einer Zerstörung des Senders. Ein politisch unabhängiger, sauber arbeitender Staatssender sei essenziell für die österreichische Demokratie. Dass Mucha für diese unpopuläre Verteidigungsrede „Prügel abbekommen“ wird, nimmt er gelassen in Kauf – sein „vermaledeites Gerechtigkeitsgefühl“ ließe ihm keine andere Wahl.
Ob Muchas Worte in der aktuellen Erregungsgemeinschaft Gehör finden, bleibt abzuwarten.