Der Streit zwischen Christian Mucha und Bogdan Roščić eskaliert immer weiter. In einem Schreiben ließ der Staatsopern-Direktor wissen, dass er die Kritik annimmt, dann sorgt er mit einem Posting für Schmunzeln.
In der Wiener Staatsoper scheint der Vorhang nach dem Opernball noch lange nicht gefallen zu sein – zumindest nicht hinter den Kulissen der Eitelkeiten. Was als Kritik an der Eröffnung begann, hat sich nun zu einem veritablen medialen Schlagabtausch zwischen Operndirektor Bogdan Roščić und dem Verleger Christian Mucha ausgeweitet. Dabei wurde nun eine Ebene erreicht, die man am Ring eher selten in dieser Deutlichkeit vernimmt.
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Das „Schwein“-Posting: Ein Tabubruch auf Instagram
Bisher hielt sich der Hausherr der Oper in sozialen Netzwerken vornehm zurück. Doch die jüngsten Giftpfeile aus dem Hause Mucha scheinen die dicke Haut des Direktors nun doch durchdrungen zu haben. Roščić wählte für seine Instagram-Premiere ein Sujet, das wenig Spielraum für Fehlinterpretationen lässt. Er postete das Zitat: „Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass man sich nicht mit einem Schwein herumschlägt. Man wird dreckig und das Schwein genießt es obendrein.“
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Als Christian Rainer trocken mit „Dein erster Beitrag!“ kommentierte, gab Roščić offen zu: „Irgendwas am Opernball muss mich getriggert haben.“ Auch wenn kein Name fiel, war für Beobachter der Szene klar, in welche Richtung dieser verbale Stoß zielte.
Mucha und die Prophezeiung der Künstlichen Intelligenz
Christian Mucha, der zuvor in mehreren offenen Briefen kein gutes Haar an der Organisation und Eröffnung des Balles gelassen hatte, reagierte prompt auf seine Weise. Er bemühte die Künstliche Intelligenz, um die Reaktion der Staatsoper auf seine Beschwerde-Mails zu antizipieren.
Mucha frotzelte auf gewohnt bissige Art: „Jüngst frug ich (mich und die künstliche intelligenz), ob Bogdan Roščić denn meine – am Opernball öffentlich geübte – Kritik in Form eines Mails an ihn beantworten würde.“
Die „KI-Prophezeiung“ lautete: Keine persönliche Antwort vom Chef, stattdessen eine ausweichende Replik eines Mitarbeiters, die subtile Absprache von Kompetenz und ein versöhnliches Ende. Und tatsächlich: Mucha sieht sich bestätigt. Für ihn ist die Antwort aus der Oper der Beweis für eine abgehobene Führungsebene: „Manche hierzulande leben in sehr hohen Elfenbeintürmen. Ganz oben. Viel zu weit entfernt von Selbsterkenntnis, Reflexion und dem, was man gemeinhin als ‚sich eines besseren belehren lassen‘ bezeichnet...“
Die Antwort aus dem „Haus am Ring“
Das offizielle Schreiben der Oper, das Mucha als Beleg für die Vorhersehbarkeit des Apparats veröffentlichte, liest sich in der Tat wie eine diplomatische Glanzleistung in Sachen Unverbindlichkeit. Ein Mitarbeiter schrieb im Namen des Direktors: „Sehr geehrter Herr Mucha, unser Direktor hat mir Ihren Brief weitergeleitet. Vielen Dank für Ihre Zeit, die Sie in die Gedanken rund um den Ball investieren. [...] Manches ist allein durch einen Blick ‚von außen‘ nicht ganz exakt zu beurteilen, es gibt natürlich bauliche, behördliche und logistische Restriktionen, die wir berücksichtigen müssen, die aber vielleicht nicht immer ganz nachvollziehbar sind.“
Ekaterina Mucha
Das Schreiben schließt mit dem süffisanten Hinweis, es freue die Oper, dass Mucha „trotz einiger kritischer Anmerkungen unterm Strich offenbar einen erfolgreichen Ball“ gehabt habe.
Ob die Wogen durch diese Form der Korrespondenz geglättet werden können oder ob der „Trigger“ am Opernball noch weitere Reaktionen nach sich zieht, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Das Parkett in Wien ist in diesem Jahr besonders glatt.